Michael Grewe, kompetenter Fachmann oder sadistischer Gewalttäter?

Das als Link beigefügte Video

http://www.youtube.com/watch?v=HrPBKbXuowE

geht seit Dienstag durch alle Foren und über Facebook. Es zeigt Michael Grewe in Aktion wie er leibt und lebt. Es sind viele Kommentare gepostet worden, die mir Hoffnung machen, daß die meisten Hundebesitzer doch nicht so verroht sind, wie es manchmal den Anschein hat. Ganz im Gegenteil. Auch gibt es viele gute Stellungnahmen, z.B. von Clarissa von Reinhardt:

http://www.facebook.com/henry.wollentin/posts/4172907329284

Trotzdem möchte ich hier noch ein paar Anmerkungen machen, damit dieser arme Hund nicht umsonst gelitten hat.

In unzähligen, teilweise grausamen Tierversuchen wurde nachgewiesen, daß Tiere bestimmte Bedürfnisse haben wie z.B. Vertrauen, Zuneigung, Verständnis.  Unter bestimmten Umständen werden sie depressiv, fallen in erlernte Hilflosigkeit, werden angst-aggressiv……, also alles, was wir von Menschen auch kennen. Ohne zu Zögern sind wir bereit, diese Erkenntnisse von Tieren auf Menschen zu übertragen, natürlich zu unserem alleinigen Nutzen. Wer versuchen würde, einen angst-aggressiven Menschen, und davon gibt es mehr als genug, so zu „heilen“, wie dieser Schäferhund „geheilt“ werden soll, würde von der Allgemeinheit selbstverständlich für verrückt erklärt. Kein Mensch käme auf die Idee, so jemanden als kompetenten Fachmann zu Rate zu ziehen.

Es ist hoch an der Zeit, daß Tiere von den Erkenntnissen profitieren, die wir durch teilweise fragwürdige Methoden und Untersuchungen durch sie gewonnen haben.  Wenn es möglich ist, von den künstlich erzeugten Depressionen und Ängsten eines Hundes im Versuchslabor auf das Verhalten und die Behandlung von depressiven Menschen zu schließen, warum ist es dann Vermenschlichung, wenn man diese Erkenntnisse zu Nutzen unserer Hunde anwendet?

Menschen wie Michael Grewe sind keine Fachleute. Sie sind Gewalttäter, die ihre sadistischen Anwandlungen an hilflosen Kreaturen ausleben. Hundebesitzer, die ihnen folgen und sich ihren Anweisungen beugen, sind nicht viel besser.

Ich bitte alle, die dies lesen und sich mit der Thematik die letzten Tage beschäftigt haben: steht auf gegen Menschen, die Hunden soetwas antun. Dazu muß man nicht auf die Barrikaden gehen und die offene Brust ins Gewehrfeuer halten. Es reicht, wenn ihr zu Leinenruck, Gewaltmitteln wie allen möglichen Würge- und Sprühhalsbändern, Stromreizgeräten „NEIN!“ sagt, laut und deutlich. Lasst euch nicht einlullen von irgendwelchen Sprüchen wie „das tut gar nicht weh“, „da muß er durch“, “ es ist doch nur zu seinem Besten“…. und ähnlichem Unfug mehr. Wenn euer Hund verängstigt und verunsichert werden soll: macht nicht mit.

Michael Grewe beklagt in seiner Stellungnahme, wieviel Hass ihm entgegen schlägt. Ich kann nicht behaupten, daß ich ihn hasse. Mir reicht es vollkommen, wenn er endlich nicht mehr freie Bahn hat Hunde zu quälen, wenn jeder Senf, den er als „komepetener Fachmann“ in Hundezeitschriften von sich gibt, eine Flut von Protestbriefen hervorruft, wenn sich keiner mehr findet, der seinen Hund von ihm quälen läßt. Wenn das erreicht würde, daß „Trainer“ wie er keinen Fuß auf den Boden mehr bekommen, das wäre ein großer Schritt weiter im Tierschutz und beim respektvollen Umgang mit Hunden.

Eigentlich wollte ich vor Weihnachten nichts mehr im Blog bingen, aber dieses Video hat mich so aufgewühlt und beschäftigt – und Gott sei Dank nicht nur mich und ein paar Unentwegte in Sachen „Gewaltfreie Hundeerziehung“. Deshalb habe ich jetzt doch noch ein paar Zeilen geschrieben.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen und euren Hunden ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Ich wünsche mir zu Weihnachten, daß die Welt friedlicher wird für alle Menschen und Tiere, so daß Videos wie dieses irgendwann endgültig der Vergangenheit angehören.

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Ein Kommentar zu Michael Grewe, kompetenter Fachmann oder sadistischer Gewalttäter?

  1. Marry sagt:

    Das Filmchen scheint durch die Betreiberseite bereits gesperrt worden zu sein, man kriegt nur noch eine Fehlermeldung. Eurer Beschreibung nach, das einzig Richtige, was hier zu veranlassen war.
    Wenn ich mir allerdings das Wesen meines Hundes (GBH) vorstelle, gepaart mit derartig beschriebenen „Erziehungsmethoden“, so bin ich mir ziehmlich sicher, dass das Zubeißen eines seiner Lieblingverteidigungsmethoden sein würde. Ein GBH ist meist Fremden gegenüber sehr zurück haltend – das Vertrauensverhältnis muß erst aufgebaut werden.
    Von der Optik her verführt der GBH eher zum streicheln und schmusen, was schon in der Praxis dazu führt, das fremde Menschen ihn gern sofort anfassen möchten. Das wiederum bringt sofort ein Problem mit sich, er mag sich nicht von Fremden anfassen lassen. Nun habe ich das natürlich vorhandene Vermeideverhalten (zurückweichen) stets unterstützt und den Unbekannten erklärt, dass der Hund sich nicht anfassen lässt. Bei den meisten „Hundeliebhabern“ fruchtet das auch und sie texten dann den Hund nur verbal zu. Kinder scheinen einen Bonus zu haben, da weicht meine Hündin nicht zurück und ist auch eher interessiert.
    Wie dem auch sei, kann ich mir gut vorstellen, dass das Verhalten meines Hundes auch schnell umschlagen könnte, wenn die Vermeidungsstrategie nicht aufgeht, weil die Berührung erzwungen wird. Mit ziehmlicher Sicherheit werden zuerst die Lefzen hochgezogen und kaum hörbar gekurrt. Dann wird ein hoher Warnbeller und wahrscheinlich ein Biss in die Luft folgen. Hat das nicht gefruchtet, bleibt dem Hund aus seiner Sicht gar nichts anderes übrig, als zur Tat (Biss) zu schreiten. Mal unabhängig davon, welcher Schaden dabei am „Hundeliebhaber“ entsteht, was ja auch von der Größe des Hundes abhängig wäre, spätestens dann kommt die Reaktion des Gebissenen – er würde seine Annäherungsversuche nicht weiter verfolgen. Der Hund hätte „gewonnen“ und dabei gelernt: beissen hält mir aufdringliche Menschen vom Leib.
    Diesen „Lernerfolg“ nun bei einem Hund wieder rückgängig zu machen, kann nicht mit Gegengewalt funktionieren. Es würde den Hund nur noch angriffsbereiter machen oder seine Seele würde gebrochen werden. Wer schafft sich schon einen Hund an, um aus ihm einen „Zombie“ zu machen?

    Als ich mir meinen Hund geholt habe, habe ich mich viel belesen und hatte auch noch ein paar Uralterfahrungen aus meiner Kindheit. Das alles hat mich nicht wirklich weiter gebracht. Die Methoden meiner Kindheit werden heute aus gutem Grund nicht mehr angewendet und aktuelle Hundeerziehungsmethoden sind nicht immer einfach so übertragbar. Jeder Hund hat sein eigenes Wesen und seine eigene Art zu lernen. Meine Hündin lernt oft durch zugucken und später selbst probieren. Sie verweigert sich manchmal beim lernen, wenn sie keinen Sinn in einer Übung erkennt. Viel später(Wochen oder Monate), wenn ich schon nicht mehr daran denke, macht sie die Übung dann perfekt.
    Will sie mir damit eine Freude machen, obwohl sie den Sinn nicht erkennt? Ich kann das nicht beurteilen und freue mich darüber.
    Auf jeden Fall habe ich bei ihr die besten Erfolge mit Geduld, Geduld . . .

    Ein fröhliches neues Jahr für alle,

    Marry

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