{"id":889,"date":"2015-03-17T12:45:34","date_gmt":"2015-03-17T11:45:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=889"},"modified":"2015-03-17T15:02:41","modified_gmt":"2015-03-17T14:02:41","slug":"martin-ruetter-und-hunde-zwei-welten-treffen-aufeinander","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=889","title":{"rendered":"Martin R\u00fctter und Hunde &#8211; Zwei Welten treffen aufeinander"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">von Ute Rott<br \/>\nForsthaus Metzelthin<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Manchmal gehts mir nicht so gut, denn so wie jeder andere Mensch lebe ich in einer realen Welt, in der es Sorgen und N\u00f6te gibt, echte und eingebildete, das trifft jeden. Manchmal, wenn die Sorgen zu gro\u00df werden, schaffe ich es nicht mehr, fr\u00f6hlich zu sein. Dann gehts mir richtig schlecht &#8211; kommt aber nicht oft vor. Gott sei Dank habe ich Hunde. Nat\u00fcrlich habe ich einen lieben Ehemann, der das merkt und sich k\u00fcmmert, aber ich habe eben auch Hunde. Die letzten Tage waren wieder so, da\u00df ich mir viele Gedanken gemacht und mich einfach nur noch unwohl gef\u00fchlt habe. Indiana ist noch zu klein, sie ist dann einfach nur verwirrt, bem\u00fcht sich noch mehr als sonst, alles richtig zu machen, und entschuldigt sich f\u00fcr alles und jedes. Unser M\u00e4uschen denkt gerne mal, sie sei schuld am Ungemach der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010251.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-894\" alt=\"P1010251\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010251-294x300.jpg\" width=\"294\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010251-294x300.jpg 294w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010251.jpg 980w\" sizes=\"(max-width: 294px) 100vw, 294px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Maxl, der schon viel mehr Lebenserfahrung hat, wei\u00df, da\u00df das mit ihm nichts zu tun hat, aber da\u00df sich seine Ute mal wieder viel zu viel Gedanken macht, und das ist nicht gut, findet er. Er hat aber eine gute L\u00f6sung gefunden, die mir immer, immer hilft. Am liebsten ist er Tag und Nacht bei mir, also nicht nur im gleichen Zimmer, sondern richtig hautnah, z.B. beim Fr\u00fchst\u00fcck auf der Eckbank legt er sich dann und nur dann hinter mich, f\u00fcr ihn ausgesprochen unbequem &#8211; Fachleute nennen das &#8222;Kontaktliegen&#8220;. Dann schaut er st\u00e4ndig nach mir, falls ich mal im Bad verschwinde oder ihn nicht mitnehme, wenn ich ins B\u00fcro gehe, er dr\u00e4ngt sich f\u00f6rmlich auf. Wenn mein Mann mit den beiden die Morgenrunde gehen m\u00f6chte, fragt er mindestens f\u00fcnfmal nach, ob mir das auch recht ist. Vielleicht ben\u00f6tige ich in der Zwischenzeit ja seinen Zuspruch. Und ich bekomme immer mal wieder zwischendurch K\u00fcsschen, manchmal mehr, manchmal weniger.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seine F\u00fcrsorge macht, da\u00df ich anfange zu denken, ob es das wirklich wert ist, mir solche Gedanken \u00fcber Dinge zu machen, die ich nicht oder nur schwer beeinflussen kann. Indiana tut mir auch leid, weil sie ja wirklich \u00fcberhaupt nichts daf\u00fcr kann, und da\u00df er durch meine vermutlich v\u00f6llig unn\u00f6tigen Sorgen so belastet wird, das m\u00f6chte ich jetzt schon gar nicht. Und ob ihr das glaubt oder nicht: die beiden \u00fcberzeugen mich wirklich, da\u00df dieses Gegr\u00fcbel sinnlos und \u00fcberfl\u00fcssig ist und bringen mich sehr effektiv wieder ins wahre Leben zur\u00fcck. Nein, deshalb habe ich auch nicht im Lotto gewonnen, aber irgendwie ist das nicht mehr so wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">So, und jetzt zu Martin R\u00fctter. Ich bin mir ganz sicher, da\u00df er mir folgende Ratschl\u00e4ge geben w\u00fcrde, denn das hat er sogar in seinem Buch &#8222;Sprachkurs Hund&#8220; schriftlich niedergelegt und verdient mit diesem Buch vermutlich viel Geld: Hunde wegschicken, die haben mich nicht zu kontrollieren und au\u00dferdem d\u00fcrfen sie nicht am mir lecken, das mu\u00df ich unterbinden. \u00dcber das Lecken sagt er: &#8222;Hunde lecken aus zwei Gr\u00fcnden: Lecken sie schnell, ist es meist ein beschwichtigendes Futterlecken, lecken sie langsam und ausdauernd, dient es partnerschaftlichem oder parentalem (elterlichen Anmerk. d. Autorin) Pflegeverhalten. Hunde lecken allerdings ganz banal auch gerne am Menschen, um Creme oder Schwei\u00df aufzunehmen.&#8220; Dann gibt es also nicht zwei, sondern drei Gr\u00fcnde, zu lecken &#8211; lt. Martin R\u00fctter. Aber weiter: &#8222;Der Mensch sollte sich von seinem Hund nicht &#8222;pflegen&#8220; lassen, er hat die pflegende Position inne!&#8220; Den Rest erspare ich euch, nur noch soviel: Hund wegschicken, der soll auf seinen Platz gehen, denn das mit diesem Gelecke geht gar nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-03-16-15.58.48.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-896\" alt=\"2015-03-16 15.58.48\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-03-16-15.58.48-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-03-16-15.58.48-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/2015-03-16-15.58.48-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zum Kontaktliegen schreibt er: &#8222;Ist der erwachsene Hund immer wieder darauf bedacht, so nah wie m\u00f6glich am Menschen oder an einem anderen Hund zu liegen, kann dies zum einen stark kontrollierendes Verhalten sein. Dadurch, da\u00df er immer K\u00f6rperkontakt h\u00e4lt, will er st\u00e4ndige Kontrolle \u00fcber die Bewegung des anderen haben. Er m\u00f6chte vermeiden, da\u00df sich der andere Hund oder die Person ohne sein Wissen entfernt. H\u00fcndinnen tun dies auch mit ihren Welpen, damit sie bemerken, wenn sich eines entfernt.&#8220; Er schreibt dann weiter, da\u00df Kontaktliegen auch &#8211; \u00dcberraschung &#8211; einfach was Nettes sein kann, das Vertrauen schafft, da\u00df es immer freiwillig sein sollte und entspanntes Verhalten von beiden voraussetzt. Dem kann man nicht widersprechen. Das mit der Kontrolle scheint mir schon eher einer \u00dcberlegung wert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ja, H\u00fcndinnen legen sich manchmal unter ihre Welpen, z.B. wenn es Zeit ist zum S\u00e4ugen. Aber genauso h\u00e4ufig kommen die Kleinen einfach und kuscheln mit der Mama, weil sie da sicher und geborgen liegen und das einfach sch\u00f6n ist. Wer sich auskennt, wei\u00df, da\u00df dann Hormone frei werden, die Gl\u00fccksgef\u00fchle erzeugen, bei Menschen \u00fcbrigens auch. Was jetzt irgendwie so gar nicht zu Martin R\u00fctters These passt, ist: was ist wenn die H\u00fcndin aufsteht und weggeht? Wie kontrolliert sie dann, da\u00df sich keiner vom Acker macht? Video\u00fcberwachung? Wohl kaum. Und was ist, wenn die Kleinen sich entfernen, z.B. weil sie ausgeschlafen haben und jetzt eine Runde spielen m\u00f6chten? Kriegen sie dann eins zwischen die Lichter? Bei den W\u00fcrfen, die ich gesehen habe, haben die Mamas das immer sehr gelassen gesehen und durchaus eine vern\u00fcnftige Kontrolle aus\u00fcben k\u00f6nnen, wenn die Kinder mal nicht direkt neben ihr waren. Und &#8211; \u00dcberraschung &#8211; wenn eins satt war, aufgestanden ist und sich woanders hingelegt hat, fand die Mama das ganz in Ordnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nein, der Maxl ist \u00fcberhaupt nicht entspannt, wenn ich so drauf bin, ganz im Gegenteil, er macht sich Sorgen und wenn man Sorgen hat, ist man nicht entspannt. Und ja, er m\u00f6chte mich kontrollieren. Er will n\u00e4mlich wissen, ob er auf mich aufpassen mu\u00df oder ob er sich wieder seinen Alltagsgesch\u00e4ften widmen kann. Damit hier niemand etwas falsch versteht, es geht nicht darum mich am Selbstmord zu hindern, es geht einfach darum, mich aus schlechten Gef\u00fchlen heraus zu holen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und sowie er das erledigt hat, ist er wieder der Alte. Aber so lange mu\u00df er mich im Auge behalten, etwa so, wie wenn wir uns Sorgen um einen Freund machen, dem es nicht so gut geht, und wir rufen ihn \u00f6fter an oder besuchen ihn mehr als sonst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/dab939b86e10f73b49b57d0d578f81af.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-892\" alt=\"M\u00e4xchen und Loni 003\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/dab939b86e10f73b49b57d0d578f81af-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/dab939b86e10f73b49b57d0d578f81af-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/dab939b86e10f73b49b57d0d578f81af-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Noch absurder ist Martin R\u00fctters Theorie mit dem Lecken. Wie wir gesehen haben, tut er sich schon schwer, bis drei zu z\u00e4hlen, aber das lassen wir ihm mal durchgehen. Dann habe ich noch nie etwas \u00fcber &#8222;beschwichtigendes Futterlecken&#8220; geh\u00f6rt. \u00dcber den Nasenspiegel lecken ist ein sehr h\u00e4ufig eingesetztes Beschwichtigungssignal, das meint er nicht. &#8222;K\u00fcsschen geben&#8220; kann auch ein Beschwichtigungssignal sein, so wie wenn wir jemanden ber\u00fchren und streicheln, um ihn zu beruhigen oder um uns zu entschuldigen. Junge und unsichere Hunde zeigen das, mit &#8222;Futterlecken&#8220; hat es nicht wirklich etwas zu tun, denn wenn ein Hund so etwas zur Beschwichtigung zeigt, dann ist er meistens sehr stark gestresst und nimmt nicht unbedingt Futter an. Das mit dem &#8222;partnerschaftlichen oder elternlichen Pflegeverhalten&#8220; lasse ich mir schon eher eingehen. Aber! Meine Hunde sind sehr wohl meine Partner, warum also sollten die mir nicht mal die Ohren auslecken, wenn sie der Meinung sind, das ist jetzt angesagt? Ich untersuche sie ja auch nach Zecken und kontrolliere, ob die Z\u00e4hne und Ohren sauber sind. Und was schon einfach der Gipfel an Unverst\u00e4ndnis Hunden gegen\u00fcber ist: ich schicke den Hund weg! Der ist nett zu mir und ich sage &#8211; ganz souver\u00e4n nat\u00fcrlich: Freundchen, so nicht, das darf nur ich. Hallo? Ist noch jemand zu Hause?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es ist ganz gut f\u00fcr meinen Seelenfrieden, da\u00df ich nur einen Auszug aus diesem Buch und nicht das ganze gelesen habe. Denn wenn diese zwei Punkte schon einfach nur best\u00e4tigen, da\u00df Martin R\u00fctter nicht wirklich wei\u00df, was in Hunden vorgeht, wie sieht dann der Rest aus? Und wie alle, die das n\u00f6tig haben, erfindet er eben nebenbei mal ein neues Beschwichtigssignal, das au\u00dfer ihm leider keiner kennt, und verkauft alten Wein in neuen Schl\u00e4uchen. So einfach ist das, wenn man nach dem Motto arbeitet: Heu machen, so lange die Sonne scheint!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jetzt ist es ja so: wenn man von seinen Spr\u00fchflaschenaktionen und seinen Auslastungstipps \u00fcber Reizangel und \u00e4hnlichen Unfug mal absieht, ist Martin R\u00fctter nicht der schlimmste von allen TV-Gurus. Aber dieses kleine Beispiel zeigt mal wieder, wie genau man hinsehen mu\u00df, wenn so ein &#8222;Info&#8220;tainer einen mit seinen Weisheiten \u00fcbersch\u00fcttet. Deshalb rate ich allen, die bei R\u00fctter &amp; Co. waren und ihm und seinen Kollegen Glauben geschenkt haben, da\u00df sie besser auf ihr Gef\u00fchl h\u00f6ren und das, was im Fernsehen von diversen Gurus verbreitet wird, ruhig anzweifeln sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010265.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-905\" alt=\"P1010265\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010265-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010265-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/P1010265.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Der Maxl, die Indiana und ich fahren jedenfalls besser damit. Die Sonne scheint, die beiden haben mich \u00fcberzeugt, da\u00df die Gr\u00fcbelei nix bringt, alle k\u00f6nnen sich zur\u00fccklehnen und entspannen und niemand mu\u00df mehr auf irgend jemanden aufpassen. Ganz ohne absurde Theorien haben wir wieder unseren Frieden gefunden, gemeinsam und partnerschaftlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Rott Forsthaus Metzelthin Manchmal gehts mir nicht so gut, denn so wie jeder andere Mensch lebe ich in einer realen Welt, in der es Sorgen und N\u00f6te gibt, echte und eingebildete, das trifft jeden. 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