{"id":845,"date":"2015-01-29T13:44:39","date_gmt":"2015-01-29T12:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=845"},"modified":"2020-01-10T15:47:56","modified_gmt":"2020-01-10T14:47:56","slug":"schutzdienst-ist-schutzdienst-ist-schutzdienst-mit-positiver-motivation-etwa-nicht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=845","title":{"rendered":"Schutzdienst ist Schutzdienst ist Schutzdienst: mit positiver Motivation etwa nicht?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">von Ute Rott<br \/>\nForsthaus Metzelthin<\/p>\n<p>Nachdem ich immer wieder in Diskussionen \u00fcber Schutzdienst verwickelt werde und mich immer wieder mit Menschen auseinandersetzen mu\u00df, die \u00fcberzeugt sind, dass man diese &#8222;Sportart&#8220; ganz toll f\u00fcr Hunde gestalten kann, so man nur positiv arbeitet, z.B. \u00fcber den Clicker, habe ich diesen Artikel mal wieder hervorgeholt und ein bisschen \u00fcberarbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In seinem bemerkens- und sehr lesenswerten Buch &#8222;Kommando: Voran! Der Schutzhundesport im Fokus&#8220; geht J\u00f6rg Tschentscher kurz auf die Schutzdienstfreunde ein, die mit Clicker und positiver Motivation ihre Hunde dazu bringen, Menschen zu beissen. Weil mir dieses Thema in seinem Buch ein wenig zu kurz kommt, m\u00f6chte ich hier n\u00e4her darauf eingehen, warum Schutzdienst in jeder Form, egal wie &#8222;nett&#8220; ich mit meinem Hund arbeite, sch\u00e4dlich f\u00fcr Hunde und damit auch f\u00fcr Menschen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Einer der ersten, der sich mit gewaltfreiem Training f\u00fcr Diensthunde, Rettungshunde und Sporthunde befasst hat, war Klaus Gl\u00f6ckner in seinem Buch &#8222;Der gewaltfreie Weg zum Verbellen&#8220;. Klaus Gl\u00f6ckner erkl\u00e4rt ausf\u00fchrlich, wie man einen jungen Hund mit Geduld, Loben und Belohnen an der richtigen Stelle dazubringt, einen Schutzdiensthelfer zu verbellen: alles, was er nicht machen soll, z.B. anspringen, wird nicht beachtet, Verbellen wird allerdings belohnt.\u00a0 Da sollte man sich doch mal genauer ansehen, was &#8222;Verbellen&#8220; unter Hunden f\u00fcr eine Bedeutung hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Lautes Bellen ist eine der vokalen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten, die Hunde, so sie es vern\u00fcnftig gelernt haben, sehr differenziert einsetzen. Es ist ein Warnlaut, der automatisch von allen Menschen und Hunden auch so verstanden wird. Haben Sie schon mal irgendwo versucht einzuschlafen, wo in der N\u00e4he ein Hund bellt? Ich hatte das Vergn\u00fcgen in meiner Aussendienstzeit in einem Hotel bei Stuttgart. Dort hatte ich die Wahl zwischen einem Zimmer zur B27, eine der meistbefahrenen Stra\u00dfen in S\u00fcddeutschland, auf der der Verkehr nie ruht, oder einem Zimmer nach hinten, wo man jede Nacht ab ca. 22.00 Uhr Zwingerhunde bellen h\u00f6rte &#8211; die ganze Nacht. Ich bin nachts sehr l\u00e4rmempfindlich, aber die Wahrscheinlichkeit gut zu schlafen war in Richtung B27 deutlich h\u00f6her.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wenn ein Hund bellt, egal ob er sich freut oder etwas abwehrt, h\u00f6ren wir automatisch, da\u00df hier gerade etwas passiert, \u00fcber das wir tunlichst Bescheid wissen sollten. Bei freudigem Bellen kommt evtl. bekannter , beliebter Besuch oder ein Familienmitglied. Bei unfreundlichem Bellen handelt es sich um eine &#8211; nach Ansicht des Hundes &#8211; konkrete Gefahr, bei der er versucht, durch sein Bellen den vermeintlichen Angreifer zu vertreiben oder er ruft um Hilfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was passiert jetzt beim Verbellen im Schutzdienst?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um das zu verstehen, m\u00fcssen wir viel weiter nach vorne gehen, denn ehe ein Hund verbellt, teilt er uns auf sehr vielf\u00e4ltige Art und Weise mit, da\u00df seiner Meinung etwas nicht in Ordnung ist und wir uns bitte darum k\u00fcmmern sollen. Wir alle kennen dieses Wuffen, das sich wie ein lautes Atmen anh\u00f6rt. Im Alter von ca. 6-9 Monaten fangen Hunde damit an, wenn ihnen etwas merkw\u00fcrdig vorkommt, z.B. sehen sie ihr Spiegelbild in der Terrassent\u00fcr, beim Morgenspaziergang steht eine M\u00fclltonne auf der Stra\u00dfe, es geht jemand am Garten vorbei&#8230;&#8230;&#8230;. die Situationen sind vielf\u00e4ltig und jeder Hundebesitzer kennt sie. In der Regel wirkt der Hund in solchen Momenten sehr verunsichert und zeigt eher die Tendenz, im Zweifelsfall abzuhauen. F\u00fcr uns Menschen ist das ein wichtiger Moment in der Hundeerziehung, denn jetzt kann ich zum einen viel Vertrauen aufbauen, zum anderen kann ich aus meinem Hund einen guten Wachhund machen, der nicht (!) rumbellt wie nix gutes, sondern mir mit ganz minimaler Lautgebung mitteilt, wenn seiner Meinung etwas im Busch ist. Meine Pflicht ist es dann, nachzusehen und dem Hund mitzuteilen, da\u00df alles in Ordnung ist oder eben nicht. Sollte tats\u00e4chlich Gefahr f\u00fcr Leib und Leben bestehen, ist es unsere Sache eine friedliche L\u00f6sung zu finden. Wer das vers\u00e4umt, erlebt, da\u00df sein Hund immer lauter und unsicherer wird. Das ist auch logisch, denn er hat immer noch nicht verstanden, ob das da drau\u00dfen vor dem Gartenzaun jetzt gef\u00e4hrlich ist oder nicht. Au\u00dferdem braucht dieser Mensch offensichtlich deutlichere Meldungen, damit er sich endlich k\u00fcmmert. Wer dann immer noch nicht kapiert, da\u00df er seinem Hund beizustehen hat, der bekommt einen Hund, der bei jeder Gelegenheit alles verbellt, was vorbeigeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wir alle kennen Hunde, die hinter dem Gartenzaun herumtoben und sich geb\u00e4rden wie die Irren, sie haben gelernt, da\u00df au\u00dfer ihnen niemand versteht, wie gef\u00e4hrlich Passanten sind und da\u00df er allein daf\u00fcr verantwortlich ist, da\u00df hier nichts Schlimmeres passiert. Unz\u00e4hlige Nachbarschaftstreitigkeiten sind dadurch entstanden. Und die Nachbarn, die sich genervt f\u00fchlen, haben mein Verst\u00e4ndnis mindestens im gleichen Ma\u00df wie die Hunde, die total gestresst sind und denen niemand hilft. Denn selbst, wenn sie den einen Passanten vertrieben haben: es kommen ja wieder welche, teilweise auf dem Fahrrad, teilweise zu Fu\u00df, vielleicht auch mit Hund, der sich auch genervt f\u00fchlt und zur\u00fcckkeift. Niemand will das, aber viele haben so eine Situation mit ihrem Hund im Garten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Und jetzt zur\u00fcck zu Klaus Gl\u00f6ckner: der Hund wird bewu\u00dft erst dann belohnt, wenn er das &#8222;Richtige&#8220; macht: den Menschen verbellen. Wenn er das tun k\u00f6nnte, was er eigentlich m\u00f6chte, dann w\u00fcrde er nur &#8222;hmpf&#8220; machen und darauf warten, was sein Mensch davon h\u00e4lt. Ich belohne den Hund also f\u00fcr etwas, bei dem er garantiert unter Stress steht und das noch dazu h\u00f6chst stressig weitergeht. Denn das n\u00e4chste ist ja, da\u00df zuerst die Bei\u00dfwulst, dann der Bei\u00dfarm am Boden und schlie\u00dflich der Bei\u00dfarm am Arm des Figuranten zum Einsatz kommen. Sein Bellen hat also nicht wirklich Erfolg. Erfolg im Sinne des Hundes w\u00fcrde n\u00e4mlich bedeuten, da\u00df ihm sein Mensch zu Hilfe eilt und der Angreifer verschwindet. Egal wie wir das drehen und wenden, wir lassen den Hund in dieser f\u00fcr ihn hochkomplizierten Situation allein und das wom\u00f6glich schon im Alter von wenigen Monaten. Was soll daran bitte positiv sein? Da\u00df er anschlie\u00dfend ein St\u00fcckchen Wurst bekommt?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Um effektiver und im Timing besser zu sein, verwenden viele Hundesportler, die gewaltfrei arbeiten m\u00f6chten, einen Clicker. Der ist irgendwie immer positiv. Es ist aber vollkommen egal, was ich als Best\u00e4tigung einsetze, wenn das, was ich best\u00e4tige f\u00fcr den Hund nicht so richtig logisch ist, bzw. er etwas best\u00e4tigt bekommt, das nach seiner Meinung defintiv nicht in einer Kampfhandlung enden sollte. Hunde legen keinen Wert darauf mit anderen zu k\u00e4mpfen. Wenn sie das &#8211; angeblich &#8211; gerne tun, dann wurde ihnen das so beigebracht, bzw. ihnen wurde keine Alternative geboten, bzw. man hat sich nicht daf\u00fcr interessiert, welche Alternativen der Hund angeboten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Denn zubeisssen und zwar so, da\u00df man den anderen ernsthaft verletzen kann, ist das letzte was Hunde als Abwehrma\u00dfnahme w\u00e4hlen. Warum?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gehen wir mal kurz von den Hunden weg und betrachten uns selber. Das kann man in diesem Fall sehr gut, denn unser Sozialverhalten ist dem von Hunden gerade in diesem Bereich zu 100% gleich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Stellen Sie sich vor, Sie haben massiv \u00c4rger mit Ihrem Nachbar, weil der st\u00e4ndig Ihre Garage zuparkt. Sie geben sich ohne Ende M\u00fche, ihn davon abzubringen, aber egal ob Sie g\u00fctlich mit ihm reden, ihm einen Deal anbieten, mit ihm streiten oder ihm drohen: es interessiert ihn nicht, er parkt weiter vor der Garage. Sie erz\u00e4hlen das Freunden und Bekannten, in der Arbeit und beim Kegelverein, es besch\u00e4ftigt Sie so sehr, da\u00df Sie es jedem erz\u00e4hlen, der Ihnen \u00fcber den Weg l\u00e4uft. Immer wieder bekommen Sie die Antwort: geh zum Anwalt, sonst h\u00f6rt das nie auf. Was glauben Sie, wie lange Sie brauchen, bis Sie diesen Rat befolgen? Und wenn Sie sich endlich dazu entschlossen haben, wie lange wird Ihr Anwalt brauchen, bis er sie zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung \u00fcberredet hat? Wenn Sie ein gut sozialisierter Mensch sind, dann kann das sehr lange dauern, unter Umst\u00e4nden Jahre. Warum ist das so? Weil wir genau wissen, da\u00df jeder Schritt, den wir mehr in Richtung &#8222;Kampf&#8220; gehen und schlie\u00dflich der Kampf selber uns selbst ebenfalls erheblichen Schaden zuf\u00fcgen kann, der u.U. nicht wieder gut zu machen ist. Und Hunde wissen das auch. In jeder k\u00f6rperlichen Auseinandersetzung besteht die Gefahr, da\u00df beide so schwer verletzt und besch\u00e4digt werden, da\u00df sie evtl. zu Tode kommen oder nie mehr ganz gesund sein werden. Deshalb vermeiden gut sozialisierte Menschen und Hunde Auseinandersetzungen und K\u00e4mpfe so gut es irgendwie m\u00f6glich ist. Was Hunde betrifft, ist der Schaden beim Schutzdienst vorprogrammiert: Sch\u00e4den am Skelett und am Gebiss sind so gut wie nicht zu vermeiden, von den seelischem Sch\u00e4den ganz zu schweigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jetzt behaupten Freunde dieser Sportart, da\u00df es sich ja um ein Spiel handelt, ein Kampfspiel eben, und Hunde w\u00fcrden ja auch spielerisch miteinander k\u00e4mpfen. Wer das ehrlich von seinen Hunden oder den Hunden in seiner Hundeschule behauptet, sollte entweder was am Training und am Umgang \u00e4ndern, oder er sieht nicht genau hin. Bei jungen Hunden ergeben sich manchmal sog. Kommentk\u00e4mpfe, bei denen die Hunde mit lauten Get\u00f6se und weit aufgerissenen M\u00e4ulern aneinander hochgehen, je nach Rasse kommt das h\u00e4ufiger oder eben gar nicht vor. Diese Kommentk\u00e4mpfe entstehen bei jungen Hunden dadurch, da\u00df die Hunde ins Streiten kommen und &#8211; wie Kinder und junge Leute &#8211; eben ein wenig heftiger werden. So eine Situation mu\u00df ganz schnell beendet werden und zwar von den Kontrahenten selber, damit nichts eskaliert und ernsthafte Besch\u00e4digungsk\u00e4mpfe daraus werden. In der Regel wenden sie sich rasch von einander ab, beschwichtigen sehr stark und dann ist erstmal Ruhe. Mit Spielen hat das rein gar nichts zu tun. Sollte in einer Hundegruppe so etwas \u00f6fter entstehen, mu\u00df man ernsthaft nachdenken, was hier schief l\u00e4uft.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jetzt haben aber Menschen Kampfspiele, warum sollte man dann seinem Hund nicht auf freundliche Art und Weise beibringen k\u00f6nnen, da\u00df wir jetzt gerade spielen, wenn er sich in dem Figuranten verbei\u00dft?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Spiel erkennt man immer daran, da\u00df Gesten und Mimik stark \u00fcbertrieben sind, da\u00df jeder das Spiel zu jeder Zeit unterbrechen kann, da\u00df es von gegenseitiger R\u00fccksichtnahme gepr\u00e4gt ist, jeder achtet darauf, wenn der andere z.B. anf\u00e4ngt zu beschwichtigen, weil ihm was zu viel oder zu eng wird, und da\u00df die Rollen vertauscht werden. Besch\u00e4digungen m\u00fcssen kategorisch ausgeschlossen werden. So wie ein Schutzhund sich aber im \u00c4rmel verbei\u00dft, m\u00fc\u00dfte der Figurant schleunigst ins Krankenhaus, wenn er nicht gesch\u00fctzt w\u00e4re &#8211; Hunde wissen das, ist also schon mal kein Pluspunkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dann darf der Hund auch nicht einfach sagen: mir reichts jetzt, spiel allein weiter. Ganz im Gegenteil. Hunde, die aufh\u00f6ren wollen, werden von den Hardlinern mit Pr\u00fcgeln, Leinenruck am Stachel oder Strom so lange traktiert, bis sie weitermachen. Die &#8222;Softies&#8220; versuchen es dann mit &#8222;postivem&#8220; Heranf\u00fchren, also mit Clicker, Lob und Belohnung &#8211; das Ergebnis ist dasselbe, der Hund wird nicht verstanden und darf ganz sicher nicht &#8222;nein&#8220; sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Gesten und Mimik von Schutzdiensthunden sind in der Regel auf ein Minimum reduziert, was auch niemanden wundert, der sich mit Ausdrucksverhalten befasst: wem Beschwichtigen in der bedrohlichen Situation (Figurant greift an) verboten, aber f\u00fcr den eigenen Angriff belohnt wird, der h\u00e4lt sich nicht auf mit subtiler K\u00f6rpersprache, also auch kein Pluspunkt. Und wechseln die Rollen? Darf der Hund auch mal den Figuranten provozieren? Das ist mir nicht bekannt, ganz im Gegenteil, alles was er macht, wird genau kontrolliert, ritualisiert und durchkommandiert. \u00dcber gegenseitige R\u00fccksichtnahme m\u00fcssen wir also nicht mehr nachdenken, es ergibt sich aus dem Vorhergehenden, da\u00df der Hund damit nicht rechnen kann. Er dagegen hat sich genau an die Regeln zu halten, die andere f\u00fcr ihn aufstellen, damit dem Figuranten, also dem Angreifer nichts passiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Irgenwie ist das ein komisches Spiel, bei dem einer, n\u00e4mlich der Mensch, alle Regeln bestimmt, und der andere, n\u00e4mlich der Hund, \u00fcberhaupt kein Mitspracherecht hat. So ein Spiel w\u00fcrde keinem vom uns gefallen und wir w\u00fcrden uns dem verweigern, egal wie \u00fcppig da rumgeclickert oder mit leckerer Belohnung um sich geschmissen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jeder, der sich mit Hunden beruflich befasst, wei\u00df, da\u00df man bei vielen Trainings darauf achten mu\u00df, da\u00df man im richtigen Moment best\u00e4tigen mu\u00df: also nicht, wenn der Hund den anderen Hund anp\u00f6belt, sondern wenn er ruhig an ihm vorbeigeht, bzw. wenn er ihn sieht und noch ruhig bleibt. Stimmt das nicht mehr, wenn man Schutzdienst betreibt? Ist es dann auf einmal richtig, wenn ich aggressives und besch\u00e4digendes Verhalten best\u00e4tige und beschwichtigendes verhindere?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Buch von Klaus Gl\u00f6ckner ist \u00fcbrigens in vieler Hinsicht auch f\u00fcr Leute lesenswert, die Schutzdienst, VPG oder IPO, so wie ich ablehnen. Denn er differenziert sehr genau zwischen verschiedenen Formen von Zwang. Sehr interessant ist dabei seine Definition von &#8222;subtilem Zwang&#8220;: &#8222;Hierunter ist die leichteste Form von Zwang zu verstehen. Es handelt sich um Zwang <strong>ohne\u00a0<\/strong>(Hervorherbung durch Klaus Gl\u00f6ckner) k\u00f6rperliche Einwirkung. Beispiel: Ein Hund soll gegen seinen Willen ein kleines Hindernis \u00fcberwinden. Er wird mit Futter oder einem Spielgegenstand aufmerksam gemacht. Durch bauliche Ver\u00e4nderungen hat der Hund nur die M\u00f6glichkeit an dieses Futter \/ Spielzeug zu gelangen, indem er das Hindernis \u00fcberwindet. Der Reiz wird verst\u00e4rkt, bis das gew\u00fcnschte Verhalten erreicht wird. Es handelt sich also um das &#8222;zwangsweise&#8220; Erreichen gew\u00fcnschter Verhaltensweisen gegen den Willen des Hunde, ohne k\u00f6rperlich auf ihn einzuwirken&#8220; (S. 16).<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dar\u00fcber sollten die Clickerfreunde unter den Schutzdienstbegeisterten doch mal ein wenig nachdenken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zudem sagt er mehrfach, da\u00df es bei jedem Training ein Stadium gibt, in dem Zwang und der Einsatz aversiver Methoden sehr wohl notwendig sind, wenn man ein bestimmtes Ziel erreichen m\u00f6chte. Er findet, bei Diensthunden ist das angemessen, bei sog. Sporthunden eher nicht. Es ist also nicht so weit her mit der Gewaltfreiheit, wenn es sich um Schutzdienst handelt. Und selbst wenn man seinen Hund per Clicker und Futterbelohnung &#8222;gewaltfrei&#8220; zum Beissen bringt: die Stockschl\u00e4ge mu\u00df er ertragen und ein Besch\u00e4digungskampf findet ebenfalls statt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Schutzdienst bleibt Schutzdienst bleibt Schutzdienst. Egal wie ich Schutzdienst trainere, ich trainiere immer mit einen Hund, dem subtile Verst\u00e4ndigung abgew\u00f6hnt, daf\u00fcr aggressves Verhalten antrainiert wird und der einen Menschen bei\u00dfen soll. Ich bringe einem Hund ritualisiert, also in immer gleicher Reihenfolge bei, auf bestimmte Ausl\u00f6ser &#8222;Mensch l\u00e4uft weg, Mensch rei\u00dft den Arm hoch&#8220; in den Arm zu beissen. Wie ist das dann mit Menschen auf freier Wildbahn, die weglaufen und dabei etwas hochhalten? Ich bringe den Hund in eine k\u00fcnstliche Situation, aus der er normalerweise weggehen w\u00fcrde, und lasse ihm nur eine M\u00f6glichkeit: nach vorne gehen und zubeissen. Ich stehe ihm nie bei, wenn er bedr\u00e4ngt wird, im Gegenteil ich verhalte mich im besten Fall neutral, bzw. gebe nur Kommandos zum Weitermachen und ich bewahre ihn auch nicht vor den Pr\u00fcgeln mit dem Stock.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Was ist das f\u00fcr eine Beziehung?<br \/>\nWas ist das f\u00fcr ein Spiel?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Hier unten habe ich einen Artikel reingestellt, der vor einigen Jahren im Nordkurier erschien. Ich finde den Titel so sch\u00f6n: &#8222;Motivation beste Basis der Ausbildung&#8220;. Wer Edgar Scherkl kennt, der wei\u00df, da\u00df diese Hunde ganz sicher nicht mit positiver Motivation in Ber\u00fchrung kommen. Was man auf den Fotos nicht so gut sieht: die Hunde haben Stachelw\u00fcrger und Kettenw\u00fcrger dran. Da\u00df sich die Leinen um die F\u00fc\u00dfe wickeln und dadurch lebensgef\u00e4hrliche Situationen enstehen, scheint niemanden zu jucken und &#8211;\u00a0 sowas kann auch passieren, wenn man ohne Stachel und mit Clicker arbeitet. Der Artikel steht hier, damit sich jeder mal ein Bild davon machen kann, was Schutzdienstbef\u00fcrworter so alles positiv finden. Ich denke, die Hunde sehen das ganz anders.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0 <a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Nordkurier-28.3.2009-Scherkl-Artikel.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-848\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Nordkurier-28.3.2009-Scherkl-Artikel.jpg\" alt=\"Nordkurier 28.3.2009 - Scherkl Artikel\" width=\"1728\" height=\"1184\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Nordkurier-28.3.2009-Scherkl-Artikel.jpg 1728w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Nordkurier-28.3.2009-Scherkl-Artikel-300x205.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Nordkurier-28.3.2009-Scherkl-Artikel-1024x701.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1728px) 100vw, 1728px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Rott Forsthaus Metzelthin Nachdem ich immer wieder in Diskussionen \u00fcber Schutzdienst verwickelt werde und mich immer wieder mit Menschen auseinandersetzen mu\u00df, die \u00fcberzeugt sind, dass man diese &#8222;Sportart&#8220; ganz toll f\u00fcr Hunde gestalten kann, so man nur positiv &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=845\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,4,3],"tags":[259,269,270,171,26,268,27],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/845"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=845"}],"version-history":[{"count":31,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/845\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2028,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/845\/revisions\/2028"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=845"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=845"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=845"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}