{"id":827,"date":"2015-01-15T14:46:07","date_gmt":"2015-01-15T13:46:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=827"},"modified":"2015-01-15T17:12:05","modified_gmt":"2015-01-15T16:12:05","slug":"kommando-voran-der-schutzhundesport-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=827","title":{"rendered":"Kommando: Voran! Der Schutzhundesport im Fokus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das neue Buch von J\u00f6rg Tschentscher<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Besprechung von Ute Rott<br \/>\nForsthaus Metzelthin<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Von J\u00f6rg Tschentscher ist ein neues Buch erschienen\u00a0 &#8222;Kommando: Voran! Der Schutzhundesport im Fokus&#8220;. Es ist ein d\u00fcnnes Buch von 80 Seiten, aber es lohnt sich auf alle F\u00e4lle, es zu lesen, denn es beinhaltet jede Menge Sprengstoff. J\u00f6rg Tschentscher hat sehr gr\u00fcndlich auf verschiedenen Hundepl\u00e4tzen recherchiert, hat mit Menschen gesprochen, die diesen &#8222;Sport&#8220; betreiben und hat sich sehr genau damit auseinandergesetzt, was diese Art von Besch\u00e4ftigung mit Hunden anrichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wie viele andere auch, die irgendwann in konventionellen Hundevereinen angefangen haben, habe ich ebenfalls mit dieser &#8222;Sportart&#8220; meine Erfahrungen gemacht und beim Lesen des Buches ist es mir immer wieder kalt den R\u00fccken herunter gelaufen. Denn alles, was J\u00f6rg Tschentscher aus dem Schutzdienstalltag beschreibt, habe ich genau so kennengelernt. Die Zitate, die er immer wieder bringt, waren zu meiner Zeit schon genauso im Wortlaut und Inhalt, es hat sich nichts ver\u00e4ndert. Das ist mehr als gruselig, und sollte die nachdenklich stimmen, die dem Unsinn gl\u00e4ubig lauschen, der dort verbreitet wird. Denn auch &#8222;Hundesportler&#8220;, die meinen, dieses Training positiv gestalten zu k\u00f6nnen, gehen von Grundlagen aus, die es nicht gibt. Es gibt keine Aggressions- oder Kampf- oder Wehrtriebe, kein Hund auf dieser Welt m\u00f6chte freiwillig einfach so zum Spa\u00df einen Menschen oder irgend ein anderes Lebewesen ernsthaft besch\u00e4digen und beissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Buch ist gut und \u00fcbersichtlich in 10 Kapitel unterteilt, es werden Originalzitate von Schutzdienst-Websites gebracht, die thematisch gut eingegliedert sind, und die Recherchen von J\u00f6rg Tschentscher gut untermauern und belegen, da\u00df zumindest Teile dieser Szene sehr genau wissen, was sie tun: den Hund zu provoziertem und vollkommen \u00fcberzogenem aggressivem Verhalten zu bringen. Die Unberechenbarkeit dieser Hunde, die damit dauerhaft erreicht wird, belegt J\u00f6rg Tschentscher nachhaltig, nicht zuletzt mit dem Beispiel, wie sein eigener Hund durch einen Schutzdiensthund grundlos \u00fcberfallen und verletzt wurde. Es kommt deutlich r\u00fcber, da\u00df dies billigend in Kauf genommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Klar zeigt er auch die Zusammenh\u00e4nge, die das Verhalten im Schutzdienst trainierter Hunde steuern: nicht die vielen Aggressions-, Wehr-, Kampf- Beutetriebe, die es schlicht und ergreifend nicht gibt, sondern das Zusammenspiel von Hormonen und Genen, die Spirale, die mit dem Einsatz von Gewaltmethoden losgetreten wird, der Umgang mit diesen Hunden von Geburt an, sowie die Unwissenheit von Schutzdienstlern, was Hunde und ihr Verhalten betrifft. Dagegen werden von dieser Art von &#8222;Fachleuten&#8220; Erkenntnisse gehalten, die Anfang des 20. Jahrhunderts gewonnen wurden, und durch keine einzige wissenschaftliche Untersuchung zu belegen sind. Es wird einfach seit \u00fcber 100 Jahren nachgeplappert, was bequem und praktisch f\u00fcr Menschen ist, die diesen &#8222;Sport&#8220; betreiben m\u00f6chten. Dadurch wird auch klar, da\u00df der Hund f\u00fcr diese Menschen kein Partner ist und auch nicht sein kann. Denn wer geht schon so mit seinem Partner um, da\u00df er seine &#8222;Stockbelastbarkeit&#8220; mit Pr\u00fcgeln austestet, da\u00df er den Hund dann belohnt, wenn er sich fest und durch nichts zu ersch\u00fcttern in einem menschlichen Arm verbeisst, da\u00df er mit allen m\u00f6glichen Foltermethoden wie Strom, W\u00fcrgen, Schlagen, Vereinsamung und anderen netten Dingen den Hund dazu bringt, einfach alles zu tun, nur um ein bi\u00dfchen Anerkennung zu bekommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Sehr dankenswert ist, da\u00df er immer wieder darauf hinweist, da\u00df es z.B. in Nordrhein-Westfalen per Gesetz (NRW Landeshundegesetz \u00a7 19) verboten ist, Hunde auf Menschen und Tiere zu hetzen, bzw. Hunde zu gesteigerter Aggressivit\u00e4t auszubilden. Vermutlich wird das so oder \u00e4hnlich auch in anderen Landeshundeverordnungen, bzw. -gesetzen stehen. Selbst wenn man davon ausgeht &#8211; was ich nicht tue -, da\u00df man beispielsweise f\u00fcr Polizeihunde eine Ausnahme machen sollte, bleibt auf alle F\u00e4lle die Frage: warum wird genau das in so vielen Hundevereinen gemacht? Wenn man sich der Szene ein bi\u00dfchen auskennt, wei\u00df man, da\u00df es genau so abl\u00e4uft, wie J\u00f6rg Tschentscher es beschreibt: das findet alles hinter hohen Sichtschutzhecken oder- w\u00e4nden statt. Warum wohl?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich m\u00f6chte hier jetzt gar nicht auf alle Punkte eingehen, die er behandelt, sondern feststellen, da\u00df das sehr umfassend geschieht. Nur k\u00f6nnte manches durchaus ausf\u00fchrlicher sein. Als Beispiel w\u00e4re die Zuchtauswahl bei Hunden f\u00fcr den Schutzdienst zu nennen. Es ist mir klar, da\u00df man nicht so ohne weiteres behaupten kann, da\u00df diese Hunde nur aufgrund ihrer Erbanlagen h\u00e4ufig von Anfang wie die Piranhas unterwegs sind und schon als Welpen nach allem schnappen, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ganz sicher spielt die Aufzucht beim Z\u00fcchter, die oft alles andere als stressfrei ist, eine wichtige Rolle. Aber eine Bemerkung, da\u00df die Auswahl der Paarungspartner selbstverst\u00e4ndlich vom Abschneiden bei Pr\u00fcfungen abh\u00e4ngt und damit eine klare Selektion &#8222;erw\u00fcnschter&#8220; Eigenschaften stattfindet, w\u00e4re gut und sinnvoll gewesen. Auch ein genaueres Eingehen auf die M\u00f6glichkeit, einen Hund mit positiver Best\u00e4rkung wie Clicker, Spiel und Futterbelohnung zu trainieren, fehlt mir. Zwar sagt er ganz deutlich, da\u00df das Ziel bei jeder Art von Schutzdiensttraining immer ist: einen Menschen stellen, verbellen und bei\u00dfen. Warum um alles in der Welt soll ich so etwas positiv best\u00e4rken?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ein dritter Punkt, der leider vollkommen fehlt, ist das Argument: manche Hunde kann man nicht anders auslasten. Selbst wenn das stimmen sollte, w\u00e4ren ein paar Takte dazu notwendig gewesen, da dies sehr h\u00e4ufig von Leuten kommt, die eigentlich gegen Schutzdienst sind. Denn wenn es tats\u00e4chlich so sein sollte, warum stehen dann Amstaffs und Bullterrier auf Rasselisten und haben in vielen L\u00e4ndern Zuchtverbot, Sch\u00e4ferhunde, Riesenschnauzer und Rottweiler dagegen m\u00fcssen zur Zuchtzulassung Schutzdienstpr\u00fcfungen nachweisen? Dies ist eine Logik, die sich mir vollkommen entzieht und es w\u00e4re, gerade zugunsten der Listenhunde, ein wichtiger Punkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Grunds\u00e4tzlich sehe ich dieses Buch als einen wichtigen Meilenstein in der Auseinandersetzung um das Thema Schutzdienst, egal ob man es VPG, IPO oder sonst wie nennt. Ich w\u00fcnsche mir, da\u00df es viele Leute lesen, vor allem Leute, die sich mit der Idee tragen, Schutzdienst mal auszuprobieren, oder denen Zweifel gekommen sind, ob das wirklich alles so sinnvoll ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Bei J\u00f6rg Tschentscher m\u00f6chte ich mich bedanken, da\u00df er dieses hei\u00dfe Eisen angefa\u00dft, dieses Buch geschrieben und herausgebracht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Wer es kaufen m\u00f6chte, kann es entweder direkt bei Book on Demand (einfach Autor \/ Titel eingeben) oder im Buchhandel bestellen. Es kostet \u20ac 12,99. ISBN 9 78734 736445.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Buch von J\u00f6rg Tschentscher Besprechung von Ute Rott Forsthaus Metzelthin Von J\u00f6rg Tschentscher ist ein neues Buch erschienen\u00a0 &#8222;Kommando: Voran! Der Schutzhundesport im Fokus&#8220;. Es ist ein d\u00fcnnes Buch von 80 Seiten, aber es lohnt sich auf alle &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=827\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7,8,4],"tags":[263,260,267,259,264,169,261,262,26,266,27,265],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=827"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":842,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/827\/revisions\/842"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}