{"id":815,"date":"2015-03-09T10:54:31","date_gmt":"2015-03-09T09:54:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=815"},"modified":"2015-03-09T10:54:31","modified_gmt":"2015-03-09T09:54:31","slug":"warum-die-uckermark-fuer-hunde-und-menschen-gut-ist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=815","title":{"rendered":"Warum die Uckermark f\u00fcr Hunde und Menschen gut ist&#8230;&#8230;&#8230;.."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">von Ute Rott<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Forsthaus Metzelthin<\/p>\n<p>Fr\u00fchlingserwachen in der Uckermark &#8211; daran mu\u00dfte ich mich erst gew\u00f6hnen, da\u00df das hier was ganz zaghaftes ist, ganz leise und vorsichtig. Denn in Oberbayern, wo ich herkomme, ist der Fr\u00fchling eine machtvolle Angelegenheit. Da kracht das Eis auf den Seen, das Wetter wechselt von tiefstem Winter zu hochsommerlichen Temperaturen &#8211; jeden Tag anders, der F\u00f6hnsturm bl\u00e4st einem die Haare vom Kopf, die Schneeschmelze beginnt und l\u00e4\u00dft alle D\u00e4cher und B\u00e4ume tropfen&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Hier ist das viel stiller.<\/p>\n<p>Wir laufen \u00fcber die Wiese, mein Maxl und ich, unten am Teerofenbruch sitzen die Wildg\u00e4nse, die darauf warten, da\u00df in Skandinavien der Winter zu Ende geht, Richtung Wald stehen zwei Kranichpaare und schreien um die Wette. Das Gras ist noch ganz grau, nur zwischendurch schimmern ein paar gr\u00fcne Halme durch. Von vorne kommt der Sch\u00f6nwetterwind &#8211; aus Osten, der ist so kalt, da\u00df man sich anziehen mu\u00df wie im tiefsten Winter.<\/p>\n<p>Am Stei\u00dfsee ist das Eis schon aufgegangen und die Schw\u00e4ne tummeln sich dort. Im Windschatten ist es warm, da\u00df ich meine Jacke aufmachen mu\u00df und der Maxl hechelt. Am M\u00e4rchenland ist heute nichts los, aber bald kommen wieder die Kitas und spielen dort H\u00e4nsel und Gretel, aber heute liegt es ganz verwunschen und still da. Wir gehen vorbei zum Trebehnsee und dort ist ordentlich was los. Jede Menge G\u00e4nse, Enten, Blessh\u00fchner, Schw\u00e4ne und viele andere Wasserv\u00f6gel tummeln sich darauf und machen ein Riesengeschrei . Da wird gerauft und gebalzt, was das Zeug h\u00e4lt.\u00a0 Ich setze mich unter die gro\u00dfe Eiche, da kommt der Wind nicht hin, daf\u00fcr w\u00e4rmt die M\u00e4rzsonne, und schau mir das Spektakel an. Hinter uns auf der Wiese hat sich jetzt auch ein Kranichpaar niedergelassen. Sie stolzieren um einander herum und trompeten ihre Fr\u00fchlingsgef\u00fchle in die Welt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/5a5c709f31e1d851f7f80d0f46147b9d.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-871\" alt=\"MINOLTA DIGITAL CAMERA\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/5a5c709f31e1d851f7f80d0f46147b9d-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/5a5c709f31e1d851f7f80d0f46147b9d-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/5a5c709f31e1d851f7f80d0f46147b9d-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/5a5c709f31e1d851f7f80d0f46147b9d.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Da f\u00e4llt mir der Krach ein, der in Schliersee an so sch\u00f6nen Tage immer tobte: Autos, Rettungswagensirenen, Menschengeschrei, laute Musik aus allen G\u00e4rten&#8230;&#8230;&#8230;. da konnte man den Vogelgesang oft nur noch ahnen. Vermutlich haben sie sich nicht mal selber mehr geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der Maxl unterbricht meine Erinnerungen, er will jetzt entweder baden, aber daf\u00fcr ist es zu kalt. Oder weitergehen. Also gehen wir weiter. Wir laufen am See entlang, durch den matschigen Graben und sehen hinterher aus, als h\u00e4tte man uns durchgezogen. Allm\u00e4hlich ist mir richtig warm und ich kann die Jacke ausziehen. Die Waldv\u00f6gel singen ein bi\u00dfchen, im Geb\u00fcsch raschelt was, der Maxl m\u00f6chte gerne nachsehen, aber daran hindert ihn die Leine &#8211; mu\u00df sein! Brombeerranken halten uns zur\u00fcck und wir m\u00fcssen sehen, wie wir da durch kommen. Der Weg ist ziemlich zugewachsen seit letztem Sommer, als wir das letzte Mal hier waren.<\/p>\n<p>Irgendwann haben wir die Hindernisse im Wald geschafft, \u00fcberqueren wir den Fahrradweg und laufen \u00fcbers Feld auf unseren Aussichtsh\u00fcgel. Der Maxl untersucht alles genau. Wer war wohl da seit dem letzten Mal vor zwei Wochen? Ich setze mich auf einen warmen Stein unter der Birke, und schau nach Westen in die Sp\u00e4tnachmittagssonne. Neben mir summen ein paar Insekten.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich ruckt die Leine und ich dreh mich um. Der Maxl steht gespannt da und starrt Richtung Wald: ein Damhirschrudel, das uns nicht bemerkt hat, weil wir gegen den Wind sitzen.\u00a0 Der Maxl bekommt viele Leckerchen, weil er brav bei mir bleibt und nicht &#8222;mit ihnen spielen&#8220; m\u00f6chte. Also, er m\u00f6chte schon, aber er wei\u00df, da\u00df ich das nicht m\u00f6chte. Wir verhalten uns ganz still und warten. Der Hirsch steht vor seinen Frauen und sichert. Die Luft ist rein und langsam kommen sie heraus, bleiben einen Moment stehen und fangen an zu fressen. Was sind das f\u00fcr sch\u00f6ne Tiere! Hinter ihnen bewegt sich etwas kleines, rotes, ein Fuchs! Dann werden sie wohl bald ihre K\u00e4lber bekommen. In der Zeit sind die F\u00fcchse immer in ihrer N\u00e4he, weil sie die Nachgeburten fressen.<\/p>\n<p>Der Maxl macht eine schnelle Bewegung in Richtung der Hirsche &#8211; schon sind sie weg. Das war zu viel f\u00fcr ihn, kann ich verstehen. So eine Provokation.<\/p>\n<p>Ich steh auf, klopf mir den Sand so gut es geht von der Hose und wir machen uns auf den Heimweg. Das Feld ist sehr matschig, meine Schuhe und Maxls F\u00fc\u00dfe sehen nach einer Dusche aus, als wir endlich an der Stra\u00dfe sind. Die Kraniche stolzieren auf dem Feld herum ihnen macht der Matsch nichts aus.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/6ea3a67995b906f25dfe63ed02c2efce.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-873\" alt=\"M\u00e4rz 2014 003\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/6ea3a67995b906f25dfe63ed02c2efce-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/6ea3a67995b906f25dfe63ed02c2efce-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/6ea3a67995b906f25dfe63ed02c2efce-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Wald ist es schon ziemlich d\u00e4mmrig und \u00fcberall raschelt es. Der Maxl findet das alles sehr interessant, aber die Leine hintert ihn an weiteren Erkundigungen. Durch das T\u00fcrchen hinten am Hundeplatz gehen wir rein und im\u00a0 Forsthaus in der K\u00fcche leuchten schon die Lichter. Die Sonne verschwindet endg\u00fcltig hinter dem Wald, der Wind hat sich gelegt, aber es wird auch ohne Wind ganz sch\u00f6n k\u00fchl.<\/p>\n<p>Im Haus ist es sch\u00f6n warm, der Kaminofen brennt und in der K\u00fcche riecht es schon sehr gut. Mein Mann und Indiana freuen sich, da\u00df wir wieder da sind. Die Hunde bekommen ihren Abendpansen und wir vielleicht Spagetthi mit einer Gem\u00fcseso\u00dfe? Mal sehen.<\/p>\n<p>Das ist das Sch\u00f6ne und Einzigartige in der Uckermark. Ich laufe zwei, drei Stunden mit meinem Hund \u00fcber Wiesen und Felder und W\u00e4lder, habe wunderbare Sachen mit allem, was hier lebt, gesehen, habe die Stille genossen, die leisesten Gepr\u00e4che kleiner Tiere geh\u00f6rt, und war mit mir, meinem Maxl und der Welt im Reinen. Darum ist die stille Uckermark so gut f\u00fcr Menschen und Hunde&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/45015000483a4a49386b02801751731e.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" alt=\"M\u00e4xchen - Mein perfekter Wackeldackel\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/45015000483a4a49386b02801751731e-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Rott Forsthaus Metzelthin Fr\u00fchlingserwachen in der Uckermark &#8211; daran mu\u00dfte ich mich erst gew\u00f6hnen, da\u00df das hier was ganz zaghaftes ist, ganz leise und vorsichtig. Denn in Oberbayern, wo ich herkomme, ist der Fr\u00fchling eine machtvolle Angelegenheit. 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