{"id":807,"date":"2014-12-21T17:48:45","date_gmt":"2014-12-21T16:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=807"},"modified":"2014-12-21T17:48:45","modified_gmt":"2014-12-21T16:48:45","slug":"xiii-animal-learn-symposium-14-16-11-2014-3-teil","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=807","title":{"rendered":"XIII animal-learn Symposium 14.- 16.11.2014 3. Teil"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Ute RottForsthaus Metzelthin<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es sind noch 3 Referenten \u00fcbrig, die ich noch nicht besprochen habe. Das sind Adam Miklosi, Claudia Fugazza und Tony Shelbourne.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Adam Miklosi ist vielen bekannt, er ist einer der f\u00fchrenden Ethologen, die sich mit Hundeverhalten befassen, er forscht an der Universit\u00e4t in Budapest. In seinem Vortrag ging es um \u00c4hnlichkeiten der menschlichen und h\u00fcndischen akustischen Kommunikation. Es ist bekannt, da\u00df Hunde deutlich mehr bellen als W\u00f6lfe, Hunde sind offenbar wesentlich gespr\u00e4chiger als wildlebende Caniden. Die Ursache daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, da\u00df Menschen eben auch sehr gespr\u00e4chig sind, mit ihren Hunde sprechen, dies auch immer schon getan haben und die Hunde sich im Laufe der Jahrtausende angepasst und ihr akustisches Repertoire entsprechend erweitert haben. Das ist nat\u00fcrlich jedem bekannt, der selber einen Hund hat. Interessant an diesem Vortrag war: sowohl Menschen k\u00f6nnen Hunde verstehen, als auch Hunde Menschen, und zwar ohne gro\u00dfe \u00dcbung oder Vorkenntnis. Das hei\u00dft, da\u00df auch Menschen, die keine Hunde haben, mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit Laut\u00e4u\u00dferungen von Hunden richtig interpretieren. Das allein ist bestimmt f\u00fcr viele Menschen \u00fcberraschend, aber was wirklich von gro\u00dfer Bedeutung ist, ist die Tatsache, da\u00df bei akustischer Kommunikation im Gehirn von Hunden die gleichen Regionen angesprochen werden wir bei Menschen.\u00a0 Der Lehrstuhl hat zwei Frageb\u00f6gen zur Empathie- und Vokalisationsf\u00e4higkeit von Hunden entwickelt. Wer sich beteiligen m\u00f6chte: hier sind die Links dazu.<\/p>\n<pre>Empathief\u00e4higkeit:  <a href=\"http:\/\/goo.gl\/forms\/zpyJI6fXzm\">http:\/\/goo.gl\/forms\/zpyJI6fXzm<\/a>\r\n\r\nVokalisationsf\u00e4higkeit: <a href=\"http:\/\/goo.gl\/forms\/sfJbaOHhzv\">http:\/\/goo.gl\/forms\/sfJbaOHhzv<\/a><\/pre>\n<p style=\"text-align: left;\">Das ist sicher ein sehr interessantes Thema und man darf gespannt sein, was bei seiner Forschung und der Auswertung der Frageb\u00f6gen herauskommt. Wichtig sind diese Untersuchungen in der Diskussion mit Leuten, die immer noch der Meinung sind, da\u00df Hunde nur mit Pelz bezogene Befehlsempfangsautomaten sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Seine Mitarbeiterin Claudia Fugazza sprach \u00fcber das Thema &#8222;Soziales Lernen und Nachahmung durch Hunde&#8220;.\u00a0 So interessant dieses Thema sein mag, w\u00e4hrend des ganzen Vortrags dachte ich mir, da\u00df ich in der Praxis &#8211; und mit mir ungez\u00e4hlte KollegInnen &#8211; tagt\u00e4glich mit Hunden arbeite, indem ich ihnen zeige und vormache, was sie tun sollen, z.B. \u00fcber einen Baumstamm springen, indem ich zuerst dar\u00fcberh\u00fcpfe. Um den vorbeifahrenden Radfahrer einen Bogen machen und ihn eben nicht anfallen. Selber in schwierigen Situationen erstmal hinschauen und ruhig bleiben und nicht in Panik verfallen. Wenn man das den Hunden entsprechend zeigt, dann machen die das einfach nach. Und zwar jeder. Was Frau Fugazza gemacht hat, war ein Laborversuch, wie man Hunden beibringen kann, durch ein Kommando nachzumachen, was man ihnen vorgemacht hat. Das Kommando dazu hei\u00dft: do as I do &#8211; machs mir nach. Sie zeigt Menschen, die ihre Hunde in einem abgeschirmten Raum zusehen lassen, wie sie etwas ber\u00fchren, dann gehen sie zu dem Hund, geben das Kommando, der Hund machts nach. Oder jemand hopst in die Luft, &#8222;do as I do&#8220; &#8211; Hund hopst auch. Sie hat auch bewiesen, da\u00df Hunde sich noch nach langer Zeit, also \u00fcber 24 Stunden sp\u00e4ter an die Situtation erinnern k\u00f6nnen. Ebenso hat sie bewiesen, da\u00df diese Methode nachhaltiger und schneller funktioniert als beispielsweise Clickern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Allerdings frage ich mich, was diese Laborversuche sollen. Wenn man die gleiche Zeit aufwenden w\u00fcrde, um z.B.\u00a0 &#8211;\u00a0 wie es Rupert Sheldrake in &#8222;Der 7. Sinn der Tiere&#8220; gemacht hat &#8211; Anekdoten zu sammeln, die mit dem Nachahmungs- und Erinnerungsverm\u00f6gen von Hunden zu tun haben, bzw. Menschen mit Hunden suchen w\u00fcrde, die einem zeigen, wie sie ganz praktische Sachen ihren Hunden beibringen, indem sie ihnen das Gew\u00fcnschte vormachen, dann k\u00e4men meiner Meinung nach sehr viel interessanter und spannendere Ergebnisse heraus. Wem es zu m\u00fchsam ist, sich diese Menschen zu suchen, der sollte einfach in Hundeschulen nachfragen, die gewaltfrei arbeiten. Das einzige, was mich an dem Vortrag tats\u00e4chlich \u00fcberzeugt hat ist, da\u00df man jetzt sagen kann: es ist wissenschaftlich erwiesen, da\u00df Hunde durch Nachahmung lernen und da\u00df sie sich das, was sie tun sollen, tats\u00e4chlich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum merken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Tony Shelboure hat zwei Vortr\u00e4ge gehalten, einmal \u00fcber TTouch und den zweiten \u00fcber ihre Arbeit mit Gehegew\u00f6lfen. Sie ist eine sehr sympathische und lustige Referentin, das hat \u00fcber einige Mankos ihrer Referate hinweggeholfen. Der Beitrag \u00fcber TTouch war ein bi\u00dfchen sehr voller Wunder, was man mit einigen wenigen Touches zur richtigen Zeit angewendet erreichen kann. Ich glaube, niemand der sich mit TTouch befasst, kann das so nachvollziehen. Trotzdem war der Vortrag insofern interessant, weil sie seit ca. 20 Jahren mit TTouch arbeitet und aus ihrer Praxis viele n\u00fctzliche Tipps geben konnte. Wenn man von ihren &#8222;Wundern&#8220; absieht, war f\u00fcr mich der Vortrag ein kleiner Hinweis darauf, da\u00df man TTouch nicht vergessen sollte. Gerade gest\u00f6rte Bewegungsabl\u00e4ufe lassen sich damit sehr gut behandeln, da sie h\u00e4ufig durch Verspannungen entstehen. TTouch kann diese gut l\u00f6sen und man kann seinen Kunden relativ einfach zeigen, wie sie damit arbeiten k\u00f6nnen. Da ich selber keine TTouch-Practitionerin bin, habe ich im Hinterkopf behalten, interessierte Kunden auf die B\u00fccher, bzw. entsprechende Workshops aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Vortrag \u00fcber W\u00f6lfe hat nicht wirklich etwas neues gebracht, es war mir pers\u00f6nlich auch ein bi\u00dfchen viel Werbung f\u00fcr ihr neues Buch, das sicher sehr interessant ist, aber leider nur auf Englisch erscheint. Dankeswerterweise hat sie sehr vern\u00fcnftige Sachen \u00fcber Domianz und Hierarchie im Wolfsrudel gesagt, \u00fcber die Beziehungen der Tiere untereinander und da\u00df auch bei Gehegew\u00f6lfen eine bemerkenswerte Tatsache ist, da\u00df sie sehr freundlich miteinander umgehen. Das sind Tatsachen, die man gar nicht oft genug sagen kann, und ich denke, da\u00df vermutlich immer jemand im Publikum sitzt, der es dann endlich mal versteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Insgesamt war dieses Symposium wieder eine wunderbare M\u00f6glichkeit, interessante Referenten zu h\u00f6ren, nette Kollegen zu treffen und neue Kontakte zu kn\u00fcpfen. Es gibt ja mittlerweile mehr Veranstaltungen, die \u00e4hnliche Intentionen haben, und auch sehr interessant sind. Aber nach meiner Einsch\u00e4tzung gibt es nichts, was sich mit dem animal-learn-Symposium vergleichen l\u00e4\u00dft und ich freue mich schon auf 2015! Vielleicht treffe ich ja den einen oder die andere, die sich durch meine Berichte animiert f\u00fchlen und sich auch mal die Teilnahme g\u00f6nnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ute RottForsthaus Metzelthin Es sind noch 3 Referenten \u00fcbrig, die ich noch nicht besprochen habe. Das sind Adam Miklosi, Claudia Fugazza und Tony Shelbourne. 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