{"id":770,"date":"2014-11-10T13:13:37","date_gmt":"2014-11-10T12:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=770"},"modified":"2014-11-12T12:30:03","modified_gmt":"2014-11-12T11:30:03","slug":"wie-man-alles-ohne-ende-verkomplizieren-kann-hunde-einfach-futtern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=770","title":{"rendered":"Wie man alles ohne Ende verkomplizieren kann &#8211; Hunde einfach f\u00fcttern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">von Ute Rott<br \/>\nForsthaus Metzelthin<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In einer weit verbreiteten Hundezeitschrift war in der letzten Ausgabe ein ausf\u00fchrlicher Artikel von einer bekannten Autorin\u00a0 zur Ern\u00e4hrung von Hunden. Es geht mir nicht darum, wer hier wo was geschrieben hat und ob das alles richtig ist oder nicht, sondern ich m\u00f6chte mal die Frage stellen, warum Ern\u00e4hrung von Hunden eigentlich so f\u00fcrchterlich kompliziert sein soll.\u00a0 Hunde leben jetzt seit vielen tausenden von Jahren bei uns, ihre wilden Verwandten haben Null Ahnung von der Zusammensetzung des Kaninchens oder des Rehkitzes, das sie gerne verspeisen m\u00f6chten, und merkw\u00fcrdigerweise funtkioniert das seit Jahrtausenden ohne da\u00df man ern\u00e4hrungsbedingte Probleme feststellen kann. Au\u00dfer es gibt zu wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Autorin dieses Artikels hat sich redlich M\u00fche gegeben und listet genau auf, welche Bestandteile im Futter enthalten sein k\u00f6nnen oder auch m\u00fcssen, welche Probleme es geben kann, wenn bestimmte Dinge fehlen, was man wann wie f\u00fcttern kann, um Probleme zu vermeiden oder zu bek\u00e4mpfen &#8211; nur eines hat sie vergessen zu erw\u00e4hnen: spricht sie von Rohf\u00fctterung oder von Industriefutter?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Ich vermute, es geht um Industriefutter, da sie beispielsweise die Problematik von zuviel Eiwei\u00df erw\u00e4hnt und vollkommen richtig erl\u00e4utert, da\u00df der Eiwei\u00dfgehalt im Hundefutter zwischen 15 und 18 % liegen sollte &#8211; das entspricht genau dem Eiwei\u00dfgehalt von frischem Fleisch. Bei Trockenfutter dagegen ist das deutlich komplizierter, dann hier ist nicht nur tierisches Eiwei\u00df enthalten sondern auch pflanzliches, von dem wir nicht so genau wissen, ob und wie Hunde damit klarkommen. Noch dazu l\u00e4\u00dft sich der echte Eiwei\u00dfgehalt im Trockenfutter gar nicht so leicht feststellen, da hier der Feuchtigkeitsgehalt bei 6-10% liegt und deshalb erst festgestellt werden m\u00fc\u00dfte, wieviel Feuchtigkeit ist in diesem Futter enthalten und dann m\u00fc\u00dfte man umrechnen, wie hoch der Eiwei\u00dfgehalt tats\u00e4chlich ist. In der Regel kommt man auf einen deutlich niedrigeren Proteinwert im Vergleich zu Frischfleisch, die Frage ist also: wie kann es zu einer Verhaltensproblematik durch zu hohen Proteingehalt kommen, wenn in Trockenfutter weniger Eiwei\u00df als in Fleisch enthalten ist?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-018.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-774\" title=\"MINOLTA DIGITAL CAMERA\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-018.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1536\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-018.jpg 2048w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-018-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-018-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dann die Sache mit den Kohlehydraten, die ja auch eine ganz mysteri\u00f6se ist. Da werden Gene gefunden, die Hunde bef\u00e4higen, Kohlehdrate besser zu verdauen als dies bei seinen wilden Verwandten der Fall ist. Das ist eine gute Nachricht, da das die Ern\u00e4hrung unter Umst\u00e4nden tats\u00e4chlich einfacher macht. Denn wenn das so ist, geht die Welt nicht unter, falls Bello mal Kartoffeln oder Getreide frisst. Nur entschuldigt das nicht, da\u00df die meisten Industriefutter &#8211;\u00a0 auch Dosen so sie nicht zu 100% Fleisch beinhalten &#8211; deutlich \u00fcber 50% aus Kohlehydraten bestehen. Das kann man ganz einfach nachpr\u00fcfen, auch wenn man nicht Veterin\u00e4rmedizin studiert hat und auch kein ausgewiesener Ern\u00e4hrungsfachmann ist. Man nehme einfach eine Futtert\u00fcte\/-dose zur Hand und rechne alle Bestandteile zusammen: xx % Fleisch \/ tierische Nebenerzeugnisse, \/ xx % Reis \/ Mais \/ Kartoffeln, xx % Gem\u00fcse \/ Kr\u00e4uter, xx % Vitamine, Mineralstoffe&#8230;&#8230;&#8230;. wer tats\u00e4chlich bei 100% ankommt, kann sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. In der Regel liegt man deutlich unter 100%. Und da stellt sich doch die Frage: woraus besteht der Rest? Denn dieser Rest betr\u00e4gt h\u00e4ufig an die 50% oder sogar mehr. Das w\u00e4re es doch interessant zu erfahren, was das denn ist.\u00a0 Die Antwort ist h\u00f6chst einfach: St\u00e4rke. Die wird ben\u00f6tigt, um dem Futterbrei in der Extruderverarbeitung die richtige Konsistenz f\u00fcr die Verarbeitung zu geben. Denn wenn die nicht stimmt, arbeitet die Maschine nicht richtig. Und das m\u00f6chte der Futtermittelbetrieb nat\u00fcrlich verhindern. Also wird St\u00e4rke zugesetzt, damit das auch funktioniert. Was ist das f\u00fcr St\u00e4rke? Keine Ahnung. Vermutlich das, was der Eink\u00e4ufer g\u00fcnstig auf dem Markt bekommt. Vielleicht Mais, vielleicht Soja, vielleicht Kartoffelmehl, vielleicht genver\u00e4ndert, vielleicht bio. Wir wissen es nicht und werden es auch nicht herausfinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Jedenfalls steht somit fest, da\u00df der Anteil an Kohlehydraten nicht bei den offen angegebenen 25 oder 30 oder was auch immer Prozent liegt, sondern deutlich h\u00f6her. Und\u00a0 Hunde sind nunmal weder Hamster noch M\u00e4use oder V\u00f6gel, sie ben\u00f6tigen ganz sicher\u00a0 nicht Kohlehdrate in defacto unbestimmbaren Mengen. Denn es ist ein deutlicher Unterschied, ob ihm Napf ihres Hundes mal eine Kartoffel landet oder ob sein Futter zu mindestens 30 bis zu 70% aus Kohlehydraten besteht. Denn das ist f\u00fcr Hunde ganz sicher nicht gesund und es sollte deshalb auch niemanden wundern, wenn Bello Probleme mit der Verdauung, der Bauschspeicheldr\u00fcse, sog. Allergien oder gar Krebs bekommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Dann wird in diesem Artikel noch sehr kompetent auf die Bestandteile eingegangen, die man als normaler Hundebesitzer mittlerweile alle kennen mu\u00df, sonst sollte man sich nicht wundern, wenn der Hund auf einmal Probleme bekommt, Trypthophan und Dopamin und Serotonin&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;. und was wei\u00df ich nicht alles. Man kommt sich bei diesen Aufz\u00e4hlungen, die man sehr h\u00e4ufig zu lesen bekommt, vor wie in einer Vorlesung f\u00fcrLebensmittelchemie oder Biochemie, jedenfalls alles sehr chemisch. Ich bin \u00fcberzeugt davon, da\u00df die wenigsten Hundemenschen auch nur ansatzweise wissen, was das alles tats\u00e4chlich ist und wie es wirkt, aber das kann man ja nicht zugeben. Sondern man f\u00fcttert dann als Leckerchen K\u00e4se, weil der wei\u00df Gott was enth\u00e4lt, was Defizite beim Futter ausgleichen kann, oder die spezielen XY-Cr\u00e4cker, weil da YZ enthalten ist&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; Zu dem Thema w\u00fcrde ich gerne mal einen Wolf oder Kojoten befragen. Gott sei Dank geht das aber nicht, denn der w\u00fcrde mich vermutlich f\u00fcr komplett plemplem halten. Zu Recht.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Fazit so gut wie aller dieser Artikel ist: es ist unglaublich schwer, Hunde richtig zu ern\u00e4hren, und wenn ihr nicht alles zu 100% richtig macht, dann geht es euren Hunden schlecht und ihr seid schuld!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Also bleib \u00fcbrigt: das ist alles so kompliziert, da bleiben wir doch lieber beim &#8222;bew\u00e4hrten&#8220; Trockenfutter, denn da ist alles drin was die Pelznase so braucht. Die Probleme, die wir dann bl\u00f6derweise kriegen, die l\u00f6sen wir anschlie\u00dfend &#8211; vielleicht &#8211; mit vielen Tierarztbesuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Liebe Hundehalter und Hundefreunde, um die Ern\u00e4hrung seines Hundes so zu gestalten, da\u00df er gesund und munter bleibt, mu\u00df man weder Lebensmittelchemie studiert haben, noch mu\u00df man bis ins kleinste Detail wissen, was wo zu welchen Prozents\u00e4tzen vorhanden und wie oft verf\u00fcttert werden mu\u00df. Man kann die gleiche Regel anwenden, die man auch f\u00fcr die eigene Ern\u00e4hrung anwenden sollte: regional &#8211; saisonal &#8211; und so frisch wie m\u00f6glich. Und das schlie\u00dft Industriefutter als auschlie\u00dfliche F\u00fctterung einfach radikal aus. Ob man jetzt Getreide zuf\u00fcgt oder besser nicht, ob man Obst und Gem\u00fcse f\u00fcttert oder nur Kr\u00e4uter, welches \u00d6l das beste ist, wie oft der Hund Knochen bekommen soll oder besser nicht &#8211; das sind alles Dinge, die kann man sich nach und nach erarbeiten. Und wenn ein gesunder Hund zwischendrin mal eine Dose bekommt oder fertige Hundewurst oder sonst was vorgefertigtes, wird er schon nicht gleich tot umfallen. Genauso wie wir nicht gleich sterben, wenn wir mal eine Tiefk\u00fchlpizza in die R\u00f6hre schieben oder einen D\u00f6ner verzehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Also: seht einfach alles ein bi\u00dfchen locker, freut euch, wenn euer Bello Spa\u00df hat, ein gro\u00dfes St\u00fcck Pansen zu verschlingen oder einen Fleischknochen zu zerlegen. Deshalb kann man ja durchaus alle m\u00f6glichen Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber Hundeern\u00e4hrung lesen, irgendwas lernt man immer!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-016.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-775\" title=\"MINOLTA DIGITAL CAMERA\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-016.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1536\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-016.jpg 2048w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-016-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Fritzi-und-Loni-016-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 2048px) 100vw, 2048px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Rott Forsthaus Metzelthin In einer weit verbreiteten Hundezeitschrift war in der letzten Ausgabe ein ausf\u00fchrlicher Artikel von einer bekannten Autorin\u00a0 zur Ern\u00e4hrung von Hunden. 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