{"id":500,"date":"2014-03-03T18:37:08","date_gmt":"2014-03-03T17:37:08","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=500"},"modified":"2014-03-03T18:37:08","modified_gmt":"2014-03-03T17:37:08","slug":"wo-du-hingehst-da-will-auch-ich-hingehen-sind-hunde-wirklich-lieber-mit-menschen-als-mit-hunden-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=500","title":{"rendered":"Wo du hingehst, da will auch ich hingehen &#8211; Sind Hunde wirklich lieber mit Menschen als mit Hunden zusammen?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">von Ute Rott<br \/>\nForsthaus Metzelthin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In letzter Zeit liest mal vermehrt Artikel, in denen die Theorie vertreten wird, dass Hunde in den meisten F\u00e4llen, wenn nicht \u00fcberhaupt die Gesellschaft von Menschen der von Hunde vorziehen. Solche Hunde gibt es, ohne Frage. Und ich glaube auch, dass die meisten dieser Artikel geschrieben werden, um zu belegen, \u00a0dass Hunde und Menschen sehr innige Freunde sein k\u00f6nnen, so innig, dass sie auf die Gesellschaft von Artgenossen verzichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Berta-15.08.2011-011.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-507\" title=\"Berta 15.08.2011 011\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Berta-15.08.2011-011-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><\/p>\n<p>Menschen, die S\u00e4tze sagen wie: &#8222;wer die Menschen kennt, liebt die Tiere&#8220; sind mir immer ein bisschen unheimlich. Ja, ich ziehe die Gesellschaft meiner Hunde auch der von vielen Menschen vor. Aber das bedeutet doch nicht, dass ich zugunsten meiner Hunde alle Sozialkontakte abbreche und meine Kontakte zu menschlichen Artgenossen auf das absolute Minimum reduziere. Wer das tut und infolgedessen als asozial eingestuft wird, sollte sich nicht wundern.<\/p>\n<p>Aber bei Hunden ist das eine erw\u00fcnschte Erscheinung? Das kann ich nicht glauben. In meinen Augen ist es ein gro\u00dfes Geschenk, dass wir nicht nur mit unseresgleichen freundschaftliche Beziehungen kn\u00fcpfen und innige Bindungen eingehen k\u00f6nnen, die von Liebe und gegenseitigem Vertrauen gepr\u00e4gt sind, sondern eben auch mit anderen Tieren. Eine der innigsten Mensch-Tier-Beziehungen ist unsere Beziehung zu Hunden. Ich denke, man kann das 1:1 auch f\u00fcr Hunde sagen. Wir sind in der Lage, uns gegenseitig in schwersten Lebenskrisen beizustehen, wir k\u00f6nnen die Gef\u00fchle und Gedanken des jeweils anderen nachvollziehen und sp\u00fcren, wir erg\u00e4nzen und verstehen uns wortlos. Daf\u00fcr k\u00f6nnen wir nicht dankbar genug sein. Aber wenn wir anfangen, von Hunden zu fordern, dass wir f\u00fcr sie wichtiger sind als andere Hunde, dann wird es etwas schwierig, und zwar f\u00fcr unseren besten vierbeinigen Freund.<\/p>\n<p>Menschen, die solche Theorien vertreten, tun dies aus nachvollziehbaren und verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden. Wir leben in komplizierten Zeiten, in denen soziale Beziehungen nicht sehr zuverl\u00e4ssig und h\u00e4ufig auch nicht sehr belastbar sind. Jeder von uns macht da so seine Erfahrungen. Nat\u00fcrlich sehnt man sich dann nach etwas zuverl\u00e4ssigem, nach einem Lebewesen, das einen bedingungslos so liebt, wie man ist, das einen nie verl\u00e4sst und alles und jeden stehen l\u00e4sst &#8211; nur um mit mir zusammen sein zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Pogo-004.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-509\" title=\"Pogo 004\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Pogo-004-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Pogo-004-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Pogo-004-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber so etwas darf ich von meinem Hund nur verlangen, wenn ich bereit bin, das gleiche zu tun. Und wer ist das schon? Bin ich bereit, zuhause zu bleiben, anstatt mit meinen Freundinnen mal einen drauf zu machen, nur damit mein Hund dann nicht allein bleiben muss? Bin ich bereit, jede meiner Lebenslagen so zu gestalten, dass es vor allem f\u00fcr meinen Hund optimal ist? Das w\u00fcrde beispielsweise bedeuten, dass ich nur eine Arbeit annehme, bei der er dabei sein kann, dass ich mir nur Partner und Freunde aussuche, die Hunde genauso lieben wie ich. Bin ich bereit, meinen Hund so zu ern\u00e4hren, dass es f\u00fcr ihn gut ist und nicht nur f\u00fcr meinen Geldbeutel, was im Klartext hei\u00dft, dass ich ihm frischen Pansen beim Metzger kaufe und auch f\u00fcr ihn kleinschneide&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Ich kenne niemanden, der das schafft, selbst wenn er es m\u00f6chte. Wir sind viel zu stark eingebunden in diese Welt und die notwendigen sozialen Beziehungen, als so etwas realisieren zu k\u00f6nnen. Und es ist auch nicht w\u00fcnschenswert, denn nur die Vielzahl der Beziehungen bringt uns weiter.<\/p>\n<p>Und unsere Hunde? Ich denke, das gilt auch f\u00fcr sie. Es erscheint mir nicht erstrebenswert, einen Hund so von mir abh\u00e4ngig zu machen, dass er sich nicht einmal mehr f\u00fcr andere Hunde interessiert. Hunde m\u00fcssen auch mit anderen Hunden freundschaftliche Kontakte pflegen k\u00f6nnen. Nicht jeder Hund muss mit anderen Hunden zusammen leben um gl\u00fccklich zu sein. Wir leben ja auch nicht alle in gro\u00dfen Wohngemeinschaften. Aber Sozialkontakt zu anderen Hunden, sei es bei der Hunderunde oder einer Hundegruppe in der Hundeschule, bei der die Hunde eben nicht permanent von ihren Menschen mit Beschlag belegt werden, sind eine absolute Notwendigkeit und ein wichtiges Bed\u00fcrfnis, dessen Befriedigung wir gew\u00e4hrleisten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es gibt jede Menge Dinge, die k\u00f6nnen Hunde von uns nur sehr bedingt oder gar nicht lernen. Die Feinheiten der Hundesprache lernen sie nur im Umgang mit anderen Hunden, auch hundegerechtes Spielen ist mit Menschen nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich &#8211; oder lieben Sie Kampfspiele, bei denen Sie sich spielerisch in Ihren Partner verbeissen? Und welcher Mensch ist schon in der Lage, einfach mal einen warmen Sonnentag gem\u00fctlich im Garten zu verd\u00f6sen?<\/p>\n<p>Immer wieder trifft man auf Hunde, die aus verschiedenen Gr\u00fcnden extrem abh\u00e4ngig von ihrem Menschen sind. Die Ursache kann beispielsweise sein, dass sie aus schlechter Haltung kommen und endlich ein gutes Zuhause gefunden haben, oder sie haben so schlechte Erfahrungen mit ihren Artgenossen gemacht, dass sie eben keine Lust mehr auf andere Hunde haben und sich deshalb um so st\u00e4rker an ihren Menschen anschlie\u00dfen. Es kann eine wundersch\u00f6ne Aufgabe sein, solchen Hunden zu zeigen, dass das Leben auch dann noch lebenswert ist, wenn der Mensch mal nicht da ist, dass sie sehr wohl in der Lage sind, allein Probleme zu l\u00f6sen und (!) dass die Gesellschaft von anderen Hunden eine wunderbare Bereicherung ist.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-506\" style=\"line-height: 18px;\" title=\"Queenie und Anton 021\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Queenie-und-Anton-021-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Queenie-und-Anton-021-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Queenie-und-Anton-021-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>In der Welpen und Junghunderziehung ist einer der wichtigsten Aspekte die freundliche Heranf\u00fchrung an andere Hunde, viel wichtiger als &#8222;sitz, platz, Fu\u00df&#8220;, auch wenn viele Menschen das nicht glauben. Wer einmal gesehen, wie begeistert junge Hunde von einem freundlichen Althund sind, der ihnen ganz behutsam ein wenig von der gro\u00dfen Welt zeigt, der wei\u00df, dass diese Theorien nicht stimmen k\u00f6nnen, oder nur sehr bedingt. Alle Welpen und Junghunde, die bei mir unseren netten Nachbarshund Anton kennen lernen, lieben ihn hei\u00df und innig und er ist definitiv ihr gro\u00dfes Vorbild in hundlichen Belangen. Manchmal sp\u00fcre ich bei den Menschen dann ein wenig Eifersucht &#8211; \u00fcberfl\u00fcssig, aber leider wahr.<\/p>\n<p>Wenn wir die Liebe unserer Hunde ein wenig mit der Liebe zu anderen Hunden teilen m\u00fcssen, dann leben unsere Hunden besser, und damit leben auch wir besser. Liebe und Gl\u00fcck geh\u00f6ren zu den Reicht\u00fcmern, die sich &#8211; mindestens &#8211; verdoppeln, wenn man sie teilt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Rott Forsthaus Metzelthin &nbsp; In letzter Zeit liest mal vermehrt Artikel, in denen die Theorie vertreten wird, dass Hunde in den meisten F\u00e4llen, wenn nicht \u00fcberhaupt die Gesellschaft von Menschen der von Hunde vorziehen. 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