{"id":373,"date":"2013-09-16T12:06:19","date_gmt":"2013-09-16T10:06:19","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=373"},"modified":"2013-09-16T13:01:24","modified_gmt":"2013-09-16T11:01:24","slug":"weil-er-mich-bedingungslos-liegt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=373","title":{"rendered":"&#8230;weil er mich bedingungslos liebt&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>von Ute Rott, Forsthaus Metzelthin<\/p>\n<p>Dieses Wochenende hatte ich ein interessantes Gespr\u00e4ch mit einem Neukunden. Das Gespr\u00e4ch verlief sehr harmonisch und freundlich und ich freue mich schon auf das Training. Aber irgendwann fiel der Satz: &#8222;&#8230;&#8230;&#8230;.weil Hunde einen bedingungslos lieben&#8230;&#8230;&#8230;&#8220; und der hat mich schon sehr nachdenklich gemacht.<\/p>\n<p>Es gibt Menschen, die machen nur Gesch\u00e4fte: wenn du das tust, mache ich das. Anders geht&#8217;s nicht bei ihnen. Das ist nicht immer angenehm f\u00fcr das Gegen\u00fcber, aber eine klare Sache, an die man sich halten kann. Ich vermute. da\u00df Hunde mit so einer Einstellung ganz gut klar kommen, so sie freundlich r\u00fcbergebracht und dem Hund nichts abwegiges abverlangt wird. Und dann gibt es Menschen, die haben es so satt, immer etwas tun zu m\u00fcssen, um anerkannt zu werden, um erfolgreich zu sein, um bestimmte Ziele zu erreichen, die holen sich ganz oft ein Tier, am besten einen Hund ins Haus, weil Hunde bedingungslos lieben. Zumindest hoffen sie das.<\/p>\n<p>Das ist zwar verst\u00e4ndlich, aber ich finde, das sollte man mal genauer ansehen, denn die entscheidende Frage ist: wem n\u00fctzt&#8217;s? Dem Hund oder dem Menschen oder beiden?<\/p>\n<p>Die Vorstellung, jemand liebt uns, weil wir so sind wie wir sind, ist einfach gro\u00dfartig. Egal ob die Haare frisch gewaschen sind, ob man sich die Z\u00e4hne geputzt hat, ob man schlecht drauf ist oder total euphorisch, egal was man verdient, ob man Hartz IV kriegt oder ein Millionengehalt, das z\u00e4hlt alles nicht, nur ich als Mensch und Pers\u00f6nlichkeit bin wichtig. F\u00fcr Hunde stimmt auf alle F\u00e4lle, da\u00df denen unser Kontostand ziemlich wurscht ist, wenn wir aus dem Mund riechen, st\u00f6rt sie das auch nicht, und wenn ihr Mensch eher ein Muffel ist, dann sehen sie einfach zu, da\u00df sie damit klar kommen. Eigentlich alles im gr\u00fcnen Bereich.<\/p>\n<p>Ich vermute allerdings. da\u00df mir jetzt doch die meisten recht geben, wenn ich sage, da\u00df diese bedingungslose Liebe auf beiden Seiten bestehen mu\u00df, sonst ist das nicht wirklich gerecht. Und sp\u00e4testens jetzt wirds schwierig. Denn Menschen lieben Hunde nicht einfach so, sondern sie haben ganz konkrete Vorstellungen, wie ihr Hund sein soll. Und schon geht es mit zahlreichen Bedingungen los:<br \/>\nEinen R\u00fcden wollen wir nicht, \u00a0die sind schwieriger zu erziehen. Das Fell soll genau diese Farbe und L\u00e4nge haben, Stehohren gehen gar nicht, Schlappohren sind niedlicher. Eine schwarze Maske im Gesicht wollen wir unbedingt, denn sieht der Hund beeindruckender aus. Ringelrute? Nein, um Gotte willen, das mu\u00df schon eine sch\u00f6ne Sichelrute sein. Dann m\u00f6chten wir unseren Hund auslasten und was machen, was uns auch Spa\u00df macht. Also holen wir uns einen Sheltie bei einem Z\u00fcchter, der selber Agility macht, oder einen Beagle f\u00fcrs Mantrailing oder einen Aussie zum Dogdancing oder einen Dalmatiner f\u00fcr Radtouren&#8230;&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>Das sind ein Haufen Bedingungen, findet ihr nicht? Nicht nur das Aussehen und die Rasse m\u00fcssen stimmen, auch die Interessen des Hundes m\u00fcssen mit denen seines Menschen \u00fcbereinstimmen. Ob die Hunde da immer gefragt werden, ob sie Agility, Dogdancing, Mantrailing, Radtouren machen m\u00f6chten? Ich glaubs nicht, denn viel zu oft kommen Menschen mit ihrem Welpen zu mir, die schon ein richtiges Lebensprogramm haben, obwohl sie noch nicht mal stubenrein sind.<\/p>\n<p>Eine liebevolle Beziehung entsteht dann, wenn die Interessen aller (!) Beteiligten erkannt, ber\u00fccksichtigt und so gut wie m\u00f6glich realisiert werden. Eine gute Bindung kann ich aufbauen, wenn ich r\u00fccksichtsvoll mit meinem Hund umgehe, also ihn auch mal &#8222;nein&#8220; sagen lasse, nichts Unm\u00f6gliches von ihm erwarte und ihm nicht allzuviel Bedingungen stelle. Was man schon gar nicht tun sollte: selber jede Menge Bedingungen stellen und vom Hund erwarten, da\u00df er mich bedingungslos liebt.<\/p>\n<p>So sch\u00f6n die Vorstellung von einer bedingungslosen Liebe ist, sollten wir uns dar\u00fcber im Klaren sein, da\u00df hier schon eine Forderung und eine Bedingung versteckt sind. Und Hunde sind dem ziemlich hilflos ausgeliefert. Man kann nicht oft genug betonen, da\u00df wir sowieso ihr ganzes Leben bestimmen und regeln und sie nur sehr bedingt ihren Interessen selbstbestimmt nachkommen k\u00f6nnen. Die Forderung nach bedingungsloser Liebe k\u00f6nnen wir ihnen wenigstens ersparen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Rott, Forsthaus Metzelthin Dieses Wochenende hatte ich ein interessantes Gespr\u00e4ch mit einem Neukunden. Das Gespr\u00e4ch verlief sehr harmonisch und freundlich und ich freue mich schon auf das Training. 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