{"id":2360,"date":"2023-02-05T12:31:34","date_gmt":"2023-02-05T11:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=2360"},"modified":"2023-02-05T13:01:57","modified_gmt":"2023-02-05T12:01:57","slug":"wenn-die-trainerin-dabei-ist-hab-ich-keine-chance-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=2360","title":{"rendered":"Wenn die Trainerin dabei ist, hab ich keine Chance mehr!"},"content":{"rendered":"\n<p>Unterwegs mit eine Gruppe, jeder Mensch hat einen Hund an der Leine, bis auf mich nat\u00fcrlich, ich passe auf alle auf. Von vorne kommt eine Truppe Fahrardfahrer, was die Hundemenschen leider nicht richtig registrieren. Die Hunde schauen mich an. Von mir kommt ein deutliches &#8222;Stopp! Wir gehen auf die Seite.&#8220; Einer bleibt direkt neben dem Weg stehen, der Hund kuckt schon etwas nerv\u00f6s, ich sorge daf\u00fcr, dass er mehr Abstand zu den Fahrradfahrern bekommt. Bei einem Hund, der nach meiner Erfahrung auf Fahrradfahrer sehr unfreundlich reagiert, bleibe ich stehen, spreche ruhig mit ihm und verteile Kekse auf dem Boden, die er gerne aufnimmt. Alle Hunde bekommen Kekse, dann gehen wir entspannt weiter. <\/p>\n\n\n\n<p>Beim einem Einzeltraining in Templin im B\u00fcrgerpark suchen wir Hundebegegnungen, da dieser Hund einfach zu nett und zu interessiert ist und lernen muss, dass man Hunde auch mal von weitem ansehen kann, weil z.B. nicht alle Hunde begeistert sind, wenn ein anderer Hund auf sie zust\u00fcrmt. Das k\u00f6nnte ins Auge gehen. Da die eigentlich sehr verst\u00e4ndnisvolle Frau sofort bei jedem Hundeanblick die Leine kurz nimmt und sich auch noch dagegen stemmt, nehme ich ihr die Leine ab, sehe zu, dass sie immer lang genug und locker ist, gehe so langsam, dass er viel, viel schn\u00fcffeln kann, so viel er eben m\u00f6chte und beobachte ruhig die Gegend. Sowie wir einen Hund entdecken, bleiben wir stehen und ich erz\u00e4hle dem netten Jungspund mit ruhiger, leiser Stimme, dass er das super macht, gebe ihm viele Kekse, und zeige ihm, dass er, wenn er mit kucken fertig ist, in einem Bogen weitergehen kann. Sollte das zu schwierig sein, drehen wir vielleicht auch um oder ich animiere ihn durch langsames R\u00fcckw\u00e4rtsgehen, zu mir zu kommen und so den Abstand zu vergr\u00f6\u00dfern. W\u00e4hrend der ganzen Zeit bin ich voller Bewunderung daf\u00fcr, dass er so toll mitmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erwachsener Listenhund, Rottweiler, ist bei mir zur Vorbereitung auf den Wesenstest. Er mag mich nicht besonders gerne, weil er mit TrainerInnen keine gute Erfahrungen hat, mich akzeptiert er gerade so, weil ich noch nie \u00fcbergriffig war. Nur in schwierigen Situationen h\u00e4ngt er pl\u00f6tzlich an meiner Seite: wenn Fahrradfahrer oder Jogger kommen, wenn irgendwo ein Hund bellt oder wenn wir einen sehen, egal, sowie er an mir klebt, weiss ich, dass ihn etwas aufregt.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Beispiele aus meinem Arbeitsalltag, die ich alle in verschiedenen Varianten immer wieder erlebe. Und oft h\u00f6re ich dann: &#8222;wenn du dabei bist, bin ich einfach abgeschrieben, dann kennt er mich nicht mehr.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Stimmt das?<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz sicher stimmt das so nicht. Denn es gibt jede Menge Hunde, die kommen in den entsprechenden Situationen nicht zu mir sondern zu ihren Menschen, weil sie mich gar nicht brauchen und wissen, dass sie die erforderliche Unterst\u00fctzung bei ihnen bekommen. Bei mir schon auch, wenns notwendig ist, aber viel wichtiger ist es, dass ihre Menschen das auf die Reihe bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was soll ein Hund tun, wenn er noch nicht gelernt hat, mit Fahrradfahrern, Holzlastern, Omas mit Rollatoren und \u00e4hnlichen Schrecknissen klar zu kommen? Wenn jemand z.B. fest davon \u00fcberzeugt ist, dass der Hund &#8222;halt einfach&#8220; verstehen muss: wenn sein Mensch dabei ist, ist alles gut? Oder wenn der Hund schon mit allen Mitteln, die ihm zur Verf\u00fcgung stehen, versucht, seinen Menschen auf sich n\u00e4hernde &#8222;Probleme&#8220; aufmerksam zu machen, die f\u00fcr uns keine sind, f\u00fcr ihn aber schon?<\/p>\n\n\n\n<p>Und was passiert, wenn so ein unaufmerksamer, weil in sein Handy oder in ein Gepr\u00e4ch vertiefter Mensch mit seinem Hund dem Holzlaster oder was auch immer zu nahe kommt? Evtl. versucht der Hund zu fliehen oder das Was-auch-immer zu vertreiben, sprich anzuspringen oder anzubellen. Und wie wird dann reagiert? Mit Schimpfen, Zerren an der Leine und \u00e4hnlichem Unfug.<\/p>\n\n\n\n<p>So, und jetzt bin ich dabei &#8211; oder ein\/e andere\/r TrainerIn, das k\u00f6nnt ihr euch beliebig aussuchen, denn von meiner Sorte gibts GottseiDank viele. Und unsereins rennt eher nicht einfach so durch die Gegend mit Hunden und ist dann v\u00f6llig konsterniert von der Tatsache, dass im Park tats\u00e4chlich Eichh\u00f6rnchen oder Hunde oder Jogger sind, sondern unsereins geht langsam und aufmerksam, hat den Hund &#8211; oder die Hunde &#8211; im Blick und bleibt einfach mal stehen, wenn der Hund signalisiert: hier ist was komisch. Meine Indiana hat in solchen F\u00e4llen immer ein markersch\u00fctterndes Knurren h\u00f6ren lassen, das nichts anderes bedeutete als: &#8222;bitte schau da mal hin, das ist gruselig!&#8220; Dann habe ich ihr erkl\u00e4rt, obs wirklich gruselig ist, wir haben umgedreht, sind ausgewichen, haben abgewartet und dabei gabs viele Kekse und ruhige, freundliche Worte f\u00fcr sie. Und das merken sich Hunde, auch und gerade wenn sie im Training mit mir unterwegs sind. Und das ist dann der Grund, warum sie in Notsituationen sich lieber an mich wenden als an ihre Menschen: weil sie sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass ich sie verstehe und ihnen helfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt k\u00f6nnte man sagen: daf\u00fcr wirst du doch bezahlt, warum st\u00f6rt dich das? Freu dich doch, wenn die Hunde dich so toll finden!<\/p>\n\n\n\n<ol><li>glaube ich nicht, dass mich die Hunde sooo toll finden. Sie finden mich nett und m\u00f6gen mich, so wie ich sie mag. Mehr ist das nicht und das ist auch gut so.<\/li><li>sind ihre Menschen nicht deshalb bei mir, damit <strong>ich <\/strong>mit ihren Hunden \u00fcbe, wie man schwierige Situationen meistert und welche f\u00fcr diesen Hund ein Problem darstellen. Sondern <strong>sie selber<\/strong> sollen das lernen. Ich kanns schon. Nett wenn sie mich daf\u00fcr bezahlen, aber das ist nicht der Sinn der \u00dcbung.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Wie gesagt: es gibt auch Menschen, die sowohl im Einzeltraining als auch in der Gruppe sehr schnell verstehen, worauf es ankommt, und &#8211; \u00dcberraschung! &#8211; deren Hunde gehen viel, viel lieber zu ihren Menschen und nicht unbedingt zu mir. Die holen sich ihre Kekse bei mir lieber ab, wenn alles entspannt  ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ihr also der Meinung seid, eure TrainerIn hat bei eurem Hund bessere Karten als ihr, dann denkt einfach mal dar\u00fcber nach, was sie anders macht. Nein, man muss nicht alles 1:1 umsetzen oder nachmachen. Man kann auch seinen eigenen, bitte freundlichen Weg finden. Es liegt auch nicht immer an der Qualit\u00e4t der Leckerchen. Es liegt einfach daran, dass man seinen Hund im Blick hat, sieht, wenn er anf\u00e4ngt zu z\u00f6gern, zu beschwichtigen, dass man sieht, was ihn st\u00f6rt und beunruhigt und sich eine freundliche Taktik \u00fcberlegt, wie man ihm in solchen Momenten hilft. Dazu geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch, dass man das Handy zuhause l\u00e4\u00dft, nicht permanent mit anderen \u00fcber irgendwas quatscht, was mit dem Hund nichts zu tun hat, seine Gedanken wei\u00df Gott wo nur nicht beim Hund hat&#8230;.. sondern auf seinen Hund schaut. <\/p>\n\n\n\n<p>Mehr ist es nicht, aber eben auch nicht weniger.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterwegs mit eine Gruppe, jeder Mensch hat einen Hund an der Leine, bis auf mich nat\u00fcrlich, ich passe auf alle auf. Von vorne kommt eine Truppe Fahrardfahrer, was die Hundemenschen leider nicht richtig registrieren. Die Hunde schauen mich an. 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