{"id":2146,"date":"2022-04-16T20:02:26","date_gmt":"2022-04-16T18:02:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=2146"},"modified":"2022-04-17T18:53:21","modified_gmt":"2022-04-17T16:53:21","slug":"vegan-contra-rohfuetterung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=2146","title":{"rendered":"Vegan contra Rohf\u00fctterung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Es gibt mal wieder einen neuen Trend bei der Hundef\u00fctterung: vegane Ern\u00e4hrung. Wie immer, wenn etwas Neues als die L\u00f6sung f\u00fcr egal welches Thema angepriesen wird, sollte man genau hinsehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit das klar ist: ich selber ern\u00e4hre mich zu ca. 98% vegan, 98 % deshalb, weil es Situationen gibt, in denen es einfach schwierig ist. Da greife ich dann zu den vegetarischen Alternativen. Ich w\u00fcrde es sehr gut finden, wenn immer mehr Menschen sich f\u00fcr eine vegane Ern\u00e4hrung entscheiden w\u00fcrden. Die Argumente sind bekannt: Massentierhaltung und Tierwohl gehen nicht zusammen, genauso wenig Massentierhaltung und Umwelt- und Klimaschutz. Menschen k\u00f6nnen sich sehr unkompliziert vegan ern\u00e4hren, da bis auf ganz wenige Inhaltsstoffe so gut wie jedes fleischhaltige Lebensmittel durch ein pflanzliches ersetzt werden kann. Wenn man sich ein wenig damit befasst, kann man sogar weitgehend ohne Erg\u00e4nzungen auskommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geht das jetzt auch bei Hunden? Schlie\u00dflich gibt es mittlerweile jede Menge Studien, die behaupten, dass vegane Ern\u00e4hrung eine sehr gute Alternative w\u00e4re. Auch Tier\u00e4rzte raten dazu, denn roh gef\u00fctterte Hunde h\u00e4tten mehr Probleme als vegan ern\u00e4hrte &#8211; angeblich.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studien, die ich gesehen habe, lassen diesen Schlu\u00df nur leider nicht zu. Es wird nicht genauer ausgef\u00fchrt, auf welcher Grundlage man gesundheitliche Probleme explizit der Ern\u00e4hrung zuordnen kann. Vielleicht haben manche ja ihre Ursache in Inzucht, grunds\u00e4tzlich schlechter Haltung und falscher Aufzucht. Au\u00dferdem schneiden roh gef\u00fctterte Hunde &#8211; geringf\u00fcgig aber doch besser ab als alle anderen. Ich konnte auch nicht herausfinden, wer diese Studien in Auftrag gegeben hat, und das macht mich dann schon immer misstrauisch. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass welches Forschungsinstitut auch immer einfach mal so aus Jux und Dollerei doch recht aufwendige und damit kostenintensive Studien durchf\u00fchrt, weil ihnen grad danach ist und ohne zu wissen, wer das bezahlt. Falls also jemand wei\u00df, wer diese Studien in Auftrag gegeben hat, w\u00e4re ich sehr dankbar f\u00fcr die Information.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt einige Gr\u00fcnde, warum man einer veganen Ern\u00e4hrung von Hunden und Katzen kritisch gegen\u00fcber stehen sollte. Wir sehen uns das mal ein bisschen genauer an.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Hunde und Katzen sind keine Allesfresser im Sinn von Schweinen, die buchst\u00e4blich alles fressen, was ihnen so in den Weg kommt. Genauso wenig wie Menschen Allesfresser sind. Katzen sind tats\u00e4chlich reine Beutetierfresser, die sehr gut mit einer Ern\u00e4hrung klarkommen, die aus Beutetieren, sprich M\u00e4usen, Maulw\u00fcrfen und V\u00f6geln besteht. Hunde haben ihre Verdauung durch ihr Leben mit den Menschen ein wenig angepasst und sind deshalb in der Lage Kohlehydrate in geringem Mass zu verdauen. Mit einer Kost, die \u00fcberwiegend aus Schlachtabf\u00e4llen aller m\u00f6glichen Tiere und einem geringen Gem\u00fcseanteil besteht, kommen sie hervorragend klar. Menschen dagegen sind in der Lage sich rein vegan zu ern\u00e4hren und ihren Eiwei\u00dfbedarf pflanzlich zu decken. Wer sich sehr gut auskennt, mu\u00df nicht mal Nahrungserg\u00e4nzungsmittel zu sich nehmen.  Man kann das gut nachvollziehen, wenn man sich die Gebisse und den Verdauungstrakt der verschiedenen Tiere ansieht. Das auszuf\u00fchren, sprengt den Rahmen dieses Artikels. <\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Es gibt pflanzliche und tierische Proteine. Ob es tats\u00e4chlich m\u00f6glich ist f\u00fcr Beutetierfresser, ihren Bedarf an Proteinen pfanzlich zu decken, darf bezweifelt werden. Tier\u00e4rzte, die dem ganzen nicht so richtig trauen, raten zur vegetarischen Ern\u00e4hrung von Hunden und da wirds dann schon kompliziert. Denn auch Milchprodukte stammen von Tieren aus Massentierhaltung. F\u00fcr mich ist das Joghurt oder der Quark aus angeblicher Biohaltung ethisch deutlich verwerflicher, denn hier nehme ich einem Tierkind die Nahrung weg, die f\u00fcr es vorgesehen ist &#8211; egal ob die Haltung bio ist oder nicht. Und was mit den meisten K\u00e4lbchen und L\u00e4mmern in ihrem kurzen Leben passiert, ist alles m\u00f6gliche aber ganz sicher nicht ethisch einwandfrei.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass man gute und wohlschmeckende vegane Mahlzeiten f\u00fcr Hunde zubereiten kann. Wenn ich meinen Hunden R\u00e4uchertofu, veganen K\u00e4se oder vegane W\u00fcrstchen anbiete, finden sie das sehr lecker. Aber zu einer guten und ausgewogenen Ern\u00e4hrung geh\u00f6rt einfach mehr. Dazu geh\u00f6rt auch, dass man kaut, bzw. im Fall der Hunde sein Fleisch oder seinen Knochen zerkleinert und daran herumnagt. Das finden Hunde nicht nur toll, das ist auch wichtig zum Z\u00e4hneputzen und um den Magen auf die Mahlzeit vorzubereiten. Wenn man sein Essen einfach so runterschluckt &#8211; und das tut man automatisch, wenn man breiiges oder suppiges Essen vorgesetzt bekommt, dann ist das weder f\u00fcr die Z\u00e4hne noch f\u00fcr die Verdauung gut.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Selbstverst\u00e4ndlich gibt es veganes Trockenfutter. Na toll! Trockenfutter ist grunds\u00e4tzlich denaturiert, die Verarbeitung ist angepasst an die Maschinen, mit denen es verarbeitet wird und es ist in der Regel so hoch erhitzt, dass alles, was vorher an guten Zutaten &#8211; vielleicht &#8211; drin war, ganz sicher tot ist. Zudem erzeugt Trockenfutter schlicht und ergreifend durch den zu geringen Wassergehalt gesundheitliche Probleme. Alles, was auf Erden so ruml\u00e4uft, hat einen Wassergehalt von mindestens 70%, Trockenfutter dagegen einen Gehalt von 6-10%. Das auszugleichen, indem der Hund entsprechend mehr trinkt, ist defacto unm\u00f6glich. Nierenerkrankungen sind also vorprogrammiert. Zudem ist es schwer verdaulich, es hat eine Verdauungszeit von teilweise 12-14 Stunden, Rohfutter dagegen 6-8 Stunden. Es liegt viel zu lange im Magen und ist deshalb oft die Ursache f\u00fcr Magendrehungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt sehen wir uns mal die angeblichen Nachteile und Gefahren der Rohf\u00fctterung an.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; &#8222;Zudem hat bereits eine gro\u00dfe Anzahl fr\u00fcherer Studien erwiesen, dass rohes Fleisch viel st\u00e4rker von pathogenen (krankheitserregenden, Anm.) Bakterien und Parasiten befallen ist.&#8220; Dies ist ein Zitat aus einer Zusammenfassung. Welche Parasiten und Bakterien hier gemeint sind und inwiefern sie f\u00fcr Hunde sch\u00e4dlich sind, kann vermutlich niemand nachvollziehen, der seine Hunde roh f\u00fcttert. Es wurde meines Wissens nie nachgewiesen, dass Hunde dadurch krank werden. Hunde, die roh gef\u00fcttert werden, haben eine deutlich aggressivere Magens\u00e4ure (3,5%) als Hunde, die Industriefutter bekommen. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass das auch Hunde betrifft, die vegan ern\u00e4hrt werden, denn f\u00fcr sie ist eine aggressive Magens\u00e4ure nicht notwendig zur Verdauung. Diese Magens\u00e4ure ist durchaus in der Lage, Bakterien und Parasiten, die nicht in den Hund hineingeh\u00f6ren, abzut\u00f6ten. Ein Problem kann es tats\u00e4chlich geben, wenn Menschen fahrl\u00e4ssig mit dem Hundefleisch umgehen. Allerdings wei\u00df ich nicht so genau, was einen davon abh\u00e4lt, sich nach der F\u00fctterung die H\u00e4nde zu waschen. Abgesehen davon gilt das f\u00fcr jedes Fleisch, also auch Fleisch f\u00fcr menschlichen Verzehr.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Dass Muskelfleisch nur in geringem Umfang an Hunde verf\u00fcttert werden sollte, sollte eigentlich jedem bekannt sein, der sich auch nur ein wenig mit gesunder Hundeern\u00e4hrung befasst. Und wer beschlie\u00dft, seinen Hund mit Rohfleisch zu f\u00fcttern, der sollte sich ganz dringend damit besch\u00e4ftigen. Leider werden unsere sog. &#8222;Nutz&#8220;tiere so gez\u00fcchtet, dass der Eiwei\u00dfgehalt sehr hoch ist, bis zu 35% &#8211; weil&#8217;s gut schmeckt. Da wir eine vollkommen irrsinnige \u00dcberproduktion an Fleisch haben, bleibt f\u00fcr die Hunde eben beim Schlachten nicht nur das \u00fcbrig, was ihnen bekommt, sondern auch Muskelfleisch. Und weil Menschen eben denken, &#8222;was mir schmeckt, schmeckt auch meinem Hund&#8220;, f\u00fcttern sie ihn mitHerz und Muskelfleisch und Beinscheiben, die aus viel zu harten Knochen und Muskelfleisch bestehen, anstatt mit Pansen, Bl\u00e4ttermagen und echten Schlachtabf\u00e4llen wie Fell, Haut, Sehnen, Fett, Adern und einem Anteil Fleisch. Das ist ein Problem, das man leicht l\u00f6sen kann, indem man seinem Hund einfach kein oder nur selten Muskelfleisch gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8211; Ebenso sollte jedem klar sein, dass es nicht reicht, seinem Hund einfach jeden Tag die gleiche Sorte Fleisch in den Napf zu kippen. Selbstverst\u00e4ndlich mu\u00df man sich schon eine Art Plan machen, welche Sorten man wann f\u00fcttert, wann Rind, wann Pferd, wann Lamm und wann Knochen. Es geh\u00f6rt einfach dazu, wenn man seinen Hund gesund ern\u00e4hren will, dass man sich mit der Materie ein wenig befasst. Wenn man das nicht tut, sollte man sich \u00fcber Mangelerscheinungen nicht wundern, Wer das nicht will, kann seinem Hund ja gerne Fertigfutter geben, in dem angeblich &#8222;alles drin ist, was der Hund so braucht&#8220;. Allerdings sollte man sich nicht wundern, wenn auch das in die Hosen geht.<\/p>\n\n\n\n<p>2003 habe ich meine Hunde umgestellt auf Rohf\u00fctterung. Ich darf nicht daran denken, was ich damals f\u00fcr einen Unfug gemacht habe, aber man lernt ja dazu. Allerdings war das die Anfangszeit der Rohf\u00fctterung, bzw. des Barfens. Es war nicht so einfach, sich entsprechend zu informieren. Durch B\u00fccher, Vortr\u00e4ge und die intensive Besch\u00e4ftigung damit, was Hunde wirklich brauchen, werden meine Hunde heute sehr ausgewogen und gesund ern\u00e4hrt. Der \u00e4lteste Hund, den ich auf Rohf\u00fctterung umgestellt habe, war mein alter Anton, der mit 13,5 Jahren bei uns einzog und von Tag zu Tag  &#8211; auch durch die Ern\u00e4hrung &#8211; ges\u00fcnder und vitaler wurde. Er wurde 16,5 Jahre alt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ca. 90% meiner KundInnen f\u00fcttern auf meinen Rat hin ihre Hunde roh. Wenn die Tier\u00e4rzte h\u00f6ren, dass jemand auf mein Anraten hin die Ern\u00e4hrung seines Hundes umgestellt hat, sagen sie oft Dinge wie: Bei Frau Rott sind sie da in guten H\u00e4nden. Meine Hunde und die Hunde meiner KundInnen haben so gut wie keine Parasiten, sie sind selten krank und m\u00fcssen \u00e4u\u00dfert selten entwurmt werden. Es kann also nicht so falsch sein, was wir da machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt verstehe ich ethischen Argumente der Verfechter einer veganen Hundeern\u00e4hrung sehr gut. Und ich halte es f\u00fcr dringend erforderlich, dass wir Schluss machen mit der Massentierhaltung. Da aber ganz sicher auch in einer Zeit nach der Massentierhaltung Menschen Fleisch essen werden, kann ich mir gut vorstellen, dass dann eben das \u00fcbrig bleibt, was f\u00fcr die Hunde vollkommen ausreicht: Schlachtabf\u00e4lle. Die L\u00f6sung kann allerdings nicht sein, nach allem, was wir Hunden sowieso schon antun, ihnen ein Futter aufzudr\u00e4ngen, das f\u00fcr sie dauerhaft nicht gut sein kann. Das gilt f\u00fcr Hunde wie auch f\u00fcr K\u00fche und Schafe, denen man Tiermehl verf\u00fcttert hat und die dadurch krank geworden sind. Die L\u00f6sung, wenn jemand mit der Problematik &#8222;mein Hund frisst Fleisch&#8220; nicht klar kommt, hei\u00dft ganz einfach: so jemand kann weder einen Hund noch eine Katze haben. Leider.<\/p>\n\n\n\n<p>Und weil wir schon mal dabei sind, empfehle ich allen, die sich ein bisschen genauer informieren wollen, mein Buch &#8222;Wohl bekomm&#8217;s &#8211; Dein Hund ist, was er frisst&#8220;. \u20ac 14,90 + Versandkosten <br>kann hier bestellt werden: https:\/\/philocanis.de\/shop<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-722x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2168\" width=\"278\" height=\"394\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-722x1024.jpg 722w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-212x300.jpg 212w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-768x1089.jpg 768w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-1084x1536.jpg 1084w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-1445x2048.jpg 1445w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Wohlbekomms-Cover-scaled.jpg 1806w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt mal wieder einen neuen Trend bei der Hundef\u00fctterung: vegane Ern\u00e4hrung. 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