{"id":1952,"date":"2019-06-20T14:47:57","date_gmt":"2019-06-20T12:47:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1952"},"modified":"2019-06-20T14:47:57","modified_gmt":"2019-06-20T12:47:57","slug":"wird-schon-nicht-so-schlimm-sein-wenn-hunde-schmerzen-haben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1952","title":{"rendered":"Wird schon nicht so schlimm sein&#8230;. &#8211; Wenn Hunde Schmerzen haben"},"content":{"rendered":"<p>Fido hinkt seit ein paar Tagen und will nicht mehr so gerne spazieren gehen. Susi ist manchmal unfreundlich, wenn man sie an einer bestimmten Stelle ber\u00fchrt. Alfi knurrt einen sogar an, wenn man sich von der &#8222;falschen&#8220; Seite n\u00e4hert.<\/p>\n<p>Kennen Sie das? Ihr Hund benimmt sich seit einiger Zeit ein bisschen merkw\u00fcrdig. Zuerst f\u00e4llt es einem nicht auf, dann denkt man sich, das war doch vor ein paar Wochen noch nicht. Also fragt man jemanden, den man f\u00fcr einen Experten h\u00e4lt. Das kann die Hundetrainerin sein oder eine Freundin, die schon l\u00e4nger Hunde hat, oder auch der Nachbar, der einem st\u00e4ndig alle m\u00f6glichen Ratschl\u00e4ge bzgl. Hundeerziehung um die Ohren haut.<\/p>\n<p>Ob Freundin oder Nachbar\u00a0 oder Hundetrainerin ist eigentlich egal. Alle drei haben keine R\u00f6ntgenaugen, keiner von den dreien kann einfach so mal sehen, was mit dem Hund los ist und alle drei haben unterschiedliche Herangehensweisen.<\/p>\n<p>Die Freundin ist eine nette, aber auch eine, die alles nicht so ernst nimmt. Also sagt sie: beobachte das mal, vielleicht legt es sich wieder. Der Nachbar, der einer von der alten Schule ist und einfach alles wei\u00df und das auch noch besser, ist fest davon \u00fcberzeugt, dass Fido nur markiert, wenn er nicht spazieren gehen m\u00f6chte, Susi und Alfi sind aber ganz sicher dominant und wollen Sie beherrschen. Also: setzen Sie sich durch! Wenn Sie spazieren gehen wollen, hat Fido mitzukommen, Susi mu\u00df sich da anfassen lassen und Alfi darf auf keinen Fall definieren, von welcher Seite Sie sich n\u00e4hern d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Von der Hundetrainerin bekommen Sie &#8211; vielleicht\u00a0 &#8211; eine vern\u00fcnftige Antwort, je nachdem ob sie mehr oder eben auch weniger Verst\u00e4ndnis und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen hat. Vielleicht neigt sie mehr dem Nachbarn zu, vielleicht ist sie auch f\u00fcr abwarten, vielleicht gibt sie aber auch einen sehr guten Ratschlag, der da w\u00e4re: geh einfach mal zum Tierarzt und lass das kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ihre Tier\u00e4rztin untersucht Fido, Susi und Alfi und stellt erstaunliches fest: Fido hat sich einen Dorn eingetreten und das tut ziemlich weh. Der Dorn kommt raus, die Pfote wird versorgt und nach ein paar Tagen ist er wieder der Alte. Susi hat schon ein gr\u00f6\u00dferes Problem: unter ihrem dicken Fell hat sie sich eine Verletzung zugezogen, die Sie nicht bemerkt haben und die hat sich entz\u00fcndet. Das tut weh und sie m\u00f6chte nicht, dass sie da hinkommen. Bei Alfi ist es richtig schlimm: er sieht auf einem Auge so gut wie nichts mehr, weil er schon relativ alt ist. Also erschrickt er leicht, wenn jemand von der Seite kommt.<\/p>\n<p>Und? Was hat das mit Dominanz und Weltbeherrschungsabsichten zu tun? Nichts? Genau. Aber auch einfach abwarten ist keine gute Idee, denn was soll besser werden bei einem Dorn, der in der Pfote steckt, bei einer entz\u00fcndeten Wunde unter dem Fell oder gar bei beginnender Erblindung?<\/p>\n<p>Schmerzen und k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen empfindet jeder anders, aber wenn die Erkennung und die Behandlung einer schmerzhaften Erkrankung von uns abh\u00e4ngt, und das ist eben so bei unseren Hunden, dann sollten wir nicht anfangen, nach irgendwelchen lockeren L\u00f6sungen zu suchen, sondern einfach mal einen Tierarzt aufsuchen um das zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Schmerzen beim Hund, die nicht behandelt werden, haben \u00fcble Auswirkungen. In allererster Linie kann daraus eine schwere Folgeerkrankung entstehen. Bei Fido k\u00f6nnte das bedeuten, dass ihm eine Zehe oder sogar die Pfote abgenommen werden mu\u00df, bei Susi kann das gro\u00dffl\u00e4chig und schwer behandelbar werden. Aber auch Verhaltensprobleme k\u00f6nnen daraus werden, denn die Hunde vertrauen uns einfach nicht mehr, wenn sie merken, dass wir ihre k\u00f6rperlichen Befindlichkeiten nicht ernst nehmen. Bei allen drei F\u00e4llen kann passieren, dass der Hund uns nicht mehr an sich heranl\u00e4\u00dft, dass er abschnappt, wenn wir zu nahe kommen&#8230;.. Oder dass er resiginiert und f\u00fcr sich abspeichert: wenn mir was fehlt, ist das meinem Menschen egal.<\/p>\n<p>Das ist nicht so bei Ihnen? Ihr Hund ist Ihnen nicht egal? Und auch nicht, dass er Schmerzen hat? Das ist gut so. Aber warum fragen Sie dann Ihre Freundin oder Ihren Nachbarn? Wie gesagt: Hundeschule &#8211; kommt drauf an! Aber warum gehen Sie nicht einfach zum Tierarzt und lassen das kl\u00e4ren? Das w\u00fcrden Sie bei sich selber oder bei Kindern doch auch machen.<\/p>\n<p>Damit Sie verstehen, wie dramatisch das werden kann, m\u00f6chte ich Ihnen von meiner ersten H\u00fcndin erz\u00e4hlen. Sie war ein Bernhardinermischling, ein freundliche und ruhige Seele. Wir hatten ein Ritual: wenn wir am Boden lagen und kuschelten, mu\u00dfte ich sie immer ganz langsam und vorsichtig an den Vorderbeinen langziehen. Das fand sie gut. Irgendwann zuckte sie zusammen und wirkte erschrocken. Das wiederholte sich immer wieder mal. Wenn sie gestreichelt werden wollte, dr\u00fcckte sie sich immer an mein Bein und lachte mich an. Und da fing sie auf einmal an, mich anzuknurren, wenn ich sie auf der linken Seite streichelte. Ich war sauer, weil ich mir dachte: die spinnt doch. Mit Mitte 20 sieht man vieles leider sehr locker. Das begann, als sie ca. 8 1\/2 Jahre alt war. Wir zogen in diesem Jahr um und sie war mehr bei meinem Mann als bei mir. Er erz\u00e4hlte mir, dass sie immer humpelte und offenbar Schmerzen hatte. Wenn ich dabei war, zeigte sie nichts, dann lief sie normal, nur dass sie weniger laufen wollte. Mitten im Umzug gingen wir zum Tierarzt, der dachte, sie h\u00e4tte Arthrose, normal bei einem Bernhardiner in den Alter. Beim dritten Besuch wurde er misstrauisch und schickte uns zum R\u00f6ntgen zu einem Spezialisten. Und der diagnostizierte Knochenkrebs: das linke Schultergelenk befand sich bereits in Aufl\u00f6sung. Drei Tage sp\u00e4ter mu\u00dfte sie eingeschl\u00e4fert werden.<\/p>\n<p>Mir war das eine bittere Lehre: bring deinem Hund bei zu zeigen, wenn ihm was wehtut. K\u00fcmmere dich drum. Lass ihn nicht allein. Deshalb haben alle Hunde, die ihr folgten, gelernt, mir zu zeigen, wenn was irgendwo wehtut, mich alles untersuchen zu lassen und (!!!) wir gehen im Zweifelsfall lieber zu fr\u00fch als zu sp\u00e4t zur Tier\u00e4rztin unseres Vertrauens.<\/p>\n<p>Schmerzen, die mal selber nicht sp\u00fcrt, sind deshalb nicht einfach harmlos. Hunde sind nunmal von unserer F\u00fcrsorge abh\u00e4ngig. Also: fragen Sie nicht die Freundin und den Nachbarn und wenn Sie gefragt werden und Sie haben Erfahrung mit Hunden, k\u00f6nnen Sie nat\u00fcrlich gerne Ihren Senf dazugeben. ABER: es mu\u00df immer der Satz folgen: ich w\u00fcrde mal zum Tierarzt gehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fido hinkt seit ein paar Tagen und will nicht mehr so gerne spazieren gehen. Susi ist manchmal unfreundlich, wenn man sie an einer bestimmten Stelle ber\u00fchrt. Alfi knurrt einen sogar an, wenn man sich von der &#8222;falschen&#8220; Seite n\u00e4hert. 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