{"id":1689,"date":"2018-05-09T15:11:51","date_gmt":"2018-05-09T13:11:51","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1689"},"modified":"2018-05-09T15:11:51","modified_gmt":"2018-05-09T13:11:51","slug":"spaziergang-in-der-daemmerung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1689","title":{"rendered":"Spaziergang in der D\u00e4mmerung"},"content":{"rendered":"<p>Seid ihr mit eurem Hund schon mal bei Dunkelwerden im Wald gewesen? Im Dezember ist mir das mal aus Versehen passiert. Jetzt ist es nicht so, dass ich ein Problem damit h\u00e4tte und meine Hunde haben auch keins, es kam nur anders als geplant. Eigentlich wollte ich mit Indiana eine Route f\u00fcr die n\u00e4chste Hundewanderung im Februar oder auch f\u00fcr die 3-Tages-Wanderung Ende April auskundschaften &#8211; aber wir sind erst gegen halb vier am Nachmittag los. Und f\u00fcr die Auskundschaftung war es dann einfach zu sp\u00e4t weil zu dunkel.<\/p>\n<p>Also sind wir eine Strecke durch den Wald gelaufen, die wir gut kennen, wo wir vielleicht die eine oder andere vierbeinige Begegnung haben k\u00f6nnten. Daraus wurde aber auch nichts, weil es den Wildtieren wohl zu nass und zu kalt war.<\/p>\n<p>Es war so still, dass ich in unseren Pausen einfach nichts geh\u00f6rt habe au\u00dfer das Blut in den Ohren, unseren Atem und ab und zu ein paar Regentropfen auf dem Boden. Indiana blieb oft stehen und hat sehr aufmerksam in den Wald gehorcht, sich umgedreht in die andere Richtung gelauscht. Teilweise standen wir f\u00fcnf bis zehn Minuten da und haben nur aufgepasst. Ein paar Male h\u00f6rten wir in einiger Entfernung Sch\u00fcsse. Wir waren beide sehr aufmerksam, k\u00f6nnte ja sein, irgendwo bricht ein angeschossenes Tier durch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Mit-Indi-zum-J\u00e4gerplatz-6.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1784\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Mit-Indi-zum-J\u00e4gerplatz-6-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Mit-Indi-zum-J\u00e4gerplatz-6-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Mit-Indi-zum-J\u00e4gerplatz-6-768x576.jpg 768w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/Mit-Indi-zum-J\u00e4gerplatz-6.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wenn man so durch den stillen Wald l\u00e4uft, stehenbleibt und lauscht, dann fangen die Gedanken an zu wandern. Es gab nur noch Indiana und mich und eine stille, friedliche Umgebung. Bei den Sch\u00fcssen mu\u00dfte ich verdr\u00e4ngen, dass jetzt vielleicht ein Tier stirbt. Mu\u00dfte auch verdr\u00e4ngen, dass die J\u00e4ger das in dieser Jahreszeit d\u00fcrfen &#8211; obwohl es f\u00fcr die Wildtiere im Winter schwer ist. Aber unsere Hunde m\u00fcssen angeleint sein. Das habe ich jedes Mal wegdr\u00fccken m\u00fcssen. Ich kann ja sowieso nichts dran \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Auch andere, sch\u00f6ne Gedanken sind hochgekommen. Viel mehr Menschen wollen mit ihren Hunden freundlich zusammen leben, legen gro\u00dfen Wert auf ein gutes und friedliches Miteinander. Mehr und mehr TrainerInnen lehnen gewaltt\u00e4tige Methoden ab, bestehen auf Brustgeschirren, propagieren freundlichen Umgang mit Hunden und leben das auch vor. Nach und nach wird die Wichtigkeit von absolut zu befolgenden Kommandos zugunsten der Hunde in den Hintergrund gedr\u00e4ngt. Immer \u00f6fter lese und h\u00f6re ich, dass die Menschen gar nicht mehr wollen, dass ihr Hund wie ein Roboter reagiert &#8211; im Gegenteil, immer mehr sind bereit die t\u00e4gliche Spazierroute dem Hund zu \u00fcberlassen, genau zu beobachten, was er m\u00f6chte und was nicht&#8230;.. Und das ist einfach sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Ganz sicher m\u00f6chte ich nicht alles sch\u00f6n reden. Aber so gegen Ende des Jahres zieht man eben doch gerne mal Res\u00fcmee und das mache ich auch gerne. Und wenn ich \u00fcberdenke, welche Kunden und G\u00e4ste ich in diesem Jahr hatte und wie ich bei den allermeisten eine wachsende Bereitschaft gefunden habe, mal unkonventionelle, alternative Vorschl\u00e4ge zu \u00fcberdenken und zu versuchen, wie viele Kunden und G\u00e4ste zu mir gekommen sind, die ganz explizit eine Hundeschule gesucht haben, in der gewaltfrei gearbeitet wird, dann finde ich, wir alle, wir Warmduscher und Watteb\u00e4llchenwerfer, wir Gutmenschen und Weicheier, wir k\u00f6nnen uns ruhig mal auf die Schulter klopfen und uns klarmachen, dass wir schon einiges erreicht haben.<\/p>\n<p>Solche Gedanken kamen mir, als ich mit meiner H\u00fcbschen im Wald interessanten Ger\u00e4uschen hinterher lauschte, wir allm\u00e4hlich ein Teil der D\u00e4mmerung wurden und ich mich bem\u00fchte, so leise und sanft aufzutreten wie Indiana, um die Stille nicht zu st\u00f6ren. Denn wenn man im Wald unterwegs ist, kommt man zur Ruhe. Wenn wir auf unsere Hunde achten, fangen wir an, im Hier und Jetzt zu leben, das was um uns rum ist zu beachten und zu beobachten, zu respektieren, dass es au\u00dfer uns viele, viele Lebewesen gibt, die das gleiche Recht wie wir haben, ein gutes Leben zu f\u00fchren. Und: dass es immer mehr werden, die auch so denken.<\/p>\n<p>In diesem Sinne habe ich das Jahr 2017 mit einem guten Gef\u00fchl f\u00fcr die Zukunft, f\u00fcr mich und meine kleine Familie, f\u00fcr meine zwei- und vierbeinigen Freunde, f\u00fcr diese Welt und alle die in ihr wohnen, beschlossen und hoffe sehr, dass das Jahr 2018, in dem wir schon wieder mittendrin stecken, eine \u00e4hnliche Tendenz aufzeigt &#8211; und ich glaube, ich habe allen Grund zu Hoffnung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seid ihr mit eurem Hund schon mal bei Dunkelwerden im Wald gewesen? Im Dezember ist mir das mal aus Versehen passiert. 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