{"id":166,"date":"2013-02-17T17:07:36","date_gmt":"2013-02-17T16:07:36","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=166"},"modified":"2013-02-19T19:50:10","modified_gmt":"2013-02-19T18:50:10","slug":"elisabeth-beck-werden-denken-will-mus-fuhlen-mit-herz-und-verstand-zu-einem-besseren-umgang-mit-hunden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=166","title":{"rendered":"Elisabeth Beck: Wer denken will, mu\u00df f\u00fchlen &#8211; Mit Herz und Verstand zu einem besseren Umgang mit Hunden"},"content":{"rendered":"<p>Buchbesprechung von Ernst Wagner-Rott<\/p>\n<p>&#8222;Und schon wieder ein Hundebuch&#8230;&#8220; &#8211; Mit diesem Gedanken nahm ich das Buch von Elisabeth Beck in die Hand, zumal Titelbild und Aufmachung nicht unbedingt meine Neugier weckten.\u00a0Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis relativierte meine Skepsis: allein f\u00fcnfzig Seiten unter dem Titel &#8222;Aktuelles Wissen&#8220; weckten mein Interesse,\u00a0 insbesondere \u00dcberschriften wie: &#8222;Ich f\u00fchle, also bin ich&#8220;, &#8222;Alles Alpha?&#8220; oder &#8222;Abschied von der Angst vor der Vermenschlichung&#8220;.<\/p>\n<p>Im Vorwort ist der Anspruch der Autorin zu lesen: &#8222;Dieses Buch m\u00f6chte das Geheimnis der innigen Mensch-Tier-Beziheung ein St\u00fcck weit l\u00fcften, indem es sich mit jenem Bereich befa\u00dft, der im Hundetraining f\u00fcr gew\u00f6hnlich ausgeklammert wird: mit der Rolle der Gef\u00fchle in der Kommunikation zwischen Mensch und Tier und der emotionalen Kompetenz des Menschen am anderen Ende der Leine.&#8220; Um es vorweg zu sagen: das &#8222;Geheimnis&#8220; wird nicht nur ein St\u00fcck sondern \u00fcberraschend weit gel\u00fcftet.<\/p>\n<p>Wenn sich die Autorin mit althergebrachten Vorurteilen \u00fcber Tiere und ihre Folgen auseinandersetzt, angefangen beim &#8222;Geist Descartes&#8220; bis zum &#8222;alte(n) mechanistische(n) Bild vom Tier, das bei der Entwicklung aller Hundetrainingsmethoden Pate stand&#8220;, wenn sie \u00fcberzeugend darlegt, warum es deshalb immer noch auf den Hundepl\u00e4tzen &#8222;geistert&#8220;, glaubt man ihr nicht nur &#8211; man hat sich schon l\u00e4ngst festgelesen. Ich h\u00e4tte allerdings gerne im Kontext der Auseinandersetzung mit Philosophie und Verhaltensforschung auch etwas \u00fcber die Rolle der Religion gelesen. Und wenn Elisabeth Beck von ihren gescheiten und gl\u00fccklichen Schweinchen erz\u00e4hlt, entstehen in meinem Kopf Bilder von der riesigen Schweinemastanlage, die in unserer N\u00e4he in Betrieb gehen soll &#8211; die \u00f6konomische Ausbeutung der Tiere kommt bei ihr nicht vor.<\/p>\n<p>Im zweiten gro\u00dfen Teil des Buches: &#8222;Flexibles Training mit Herz und Verstand&#8220; wird als erstes die Frage untersucht, wie man mit bestehenden Techniken und Methoden umgehen soll. Als wirklich guten Weg beim Training, schreibt Elisabeth Beck, solle man sich aus vielen Methoden diejenige aussuchen, &#8230;..zu denen Kopf und Herz ja sagen k\u00f6nnen&#8220;. Das ist zun\u00e4chst keine sensationelle Erkenntnis, aber wie sie dann &#8222;die grunds\u00e4tzlich gute Methode&#8220; analysiert (z.B. anhand des Clicker-Trainings), wie sie das Grundbed\u00fcrfnis-Modell (Grawe-Eppstein) unter dem Aspekt einbringt, welche Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr Mensch und Hund gleicherma\u00dfen wichtig sind und immer dabei die Gef\u00fchle von Mensch und Tier in den Mittelpunkt r\u00fcckt, das macht Spa\u00df beim Lesen und ist trotzdem wissenschaftlich fundiert, so da\u00df auch das Eine oder Andere aus Neurobiologie und Psychologie im Kopf des Lesers h\u00e4ngen bleibt.<\/p>\n<p>Im dritten Teil geht es vor allem um die Intuition: &#8222;Gef\u00fchltes Wissen &#8211; das Geheimnis der innigen Mensch-Tier-Beziehung&#8220;, das Herzst\u00fcck des Buches. &#8222;Hinter der Intuition steckt (&#8230;) die F\u00e4higkeit des Gehirns, im Verborgenen Informationen aufzunehmen, ohne da\u00df der bewu\u00dfte Verstand davon auch nur etwas ahnt&#8220;. Intuition ist also\u00a0als eine Form der Intelligenz, mit derene Hilfe wir unsere gesamte Erfahrung nutzen k\u00f6nnen. Die Autorin zeigt auf, wie die &#8222;Intelligenz der Gef\u00fchle&#8220; nicht nur hilft richtige Entscheidungen zu treffen, sondern auch dabei mit Tieren \u00fcber Ausdrucksignale zu kommunizieren. Der spannendste Abschnitt war f\u00fcr mich, welche M\u00f6glichkeiten die Existenz der Spiegelneuronen er\u00f6ffnen: von der Konzentration auf gemeinsame Aufmerksamkeitsziele beim Training, bis hin zur &#8222;ganzheitlichen intuitiven Wahrnehmung&#8220;, dem &#8222;Wahrnehmungszustand der Spitzentrainer&#8220;.<\/p>\n<p>Hier ist der Leser beim letzten Teil des Buches angekommen: &#8222;\u00dcbungen und Trainingsinstrumente f\u00fcr Spitzentrainer&#8220;, die Quintessenz des Vorangegangenen, f\u00fcnfundzwanzig Seiten, die eine wahre Fundgrube sind.\u00a0 Und an dieser Stelle m\u00f6chte ich der Autorin widersprechen: nicht nur f\u00fcr &#8222;Spitzentrainer&#8220;!<\/p>\n<p>&#8222;Wer denken will, mu\u00df f\u00fchlen&#8220; ist f\u00fcr Trainer\u00a0 und engagierte Hundefreunde ein au\u00dferordentlich informatives und lehrreiches Buch, munter geschrieben, mit vielen Anekdoten und von der ersten bis zur letzten Seite spannend.<\/p>\n<p>Das Buch ist erschienen im Kynos Verlag, ISBN 978-3-942335-00-3, \u20ac 19,90<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchbesprechung von Ernst Wagner-Rott &#8222;Und schon wieder ein Hundebuch&#8230;&#8220; &#8211; Mit diesem Gedanken nahm ich das Buch von Elisabeth Beck in die Hand, zumal Titelbild und Aufmachung nicht unbedingt meine Neugier weckten.\u00a0Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis relativierte meine Skepsis: allein &hellip; <a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=166\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,7,8],"tags":[81,83,84,87,86,85,82,88],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/166"}],"collection":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=166"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/166\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":185,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/166\/revisions\/185"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=166"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=166"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=166"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}