{"id":1597,"date":"2017-05-31T18:00:54","date_gmt":"2017-05-31T16:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1597"},"modified":"2017-05-31T18:20:20","modified_gmt":"2017-05-31T16:20:20","slug":"mantrailing-als-therapiemoeglichkeit-2-teil-jagdersatz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1597","title":{"rendered":"Mantrailing als Therapiem\u00f6glichkeit? &#8211; 2. Teil Jagdersatz"},"content":{"rendered":"<p>Auf den 1. Teil habe ich sehr interessante Reaktionen gelesen, die \u00fcberwiegend den Tenor hatten: so ist es bei meinem Hund auch. Wir sollten uns deshalb einfach mal \u00fcberlegen, was ein ganz entscheidender Unterschied ist zwischen Nasenarbeit, die wir dem Hund anbieten, und der ganz realen Jagd, die er selber durchf\u00fchrt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSCN1241.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1600\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSCN1241-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSCN1241-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSCN1241-768x576.jpg 768w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/DSCN1241.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Das wirklich Besondere und Sch\u00f6ne am Trailen ist, dass wir als Team arbeiten. Rein theoretisch ginge das beim Jagen auch, aber Menschen sind einfach lahme Tr\u00f6ten, die beim Hetzen nicht in die G\u00e4nge kommen und beim Packen und T\u00f6ten komplett versagen, so sie nicht gelernt haben ein Tier z.B. mit einem Messer zu killen. Mir pers\u00f6nlich w\u00e4re das sowieso mehr als unangenehm, als Vegetarierin mit starker Tendenz zum Veganismus kommt diese Art von Teamarbeit f\u00fcr mich \u00fcberhaupt nicht in Frage. Also wird getrailt. So sch\u00f6n das f\u00fcr unsere Hunde ist, sollten wir uns dar\u00fcber im Klaren sein, dass so ziemlich alles, was hier passiert, von uns bestimmt wird: Versteckperson, Verleitpersonen, Tageszeit, Ort, L\u00e4nge des Trails, wie oft wird getrailt, das Tempo, &#8230;&#8230; wieder einmal legen wir die Regeln fest und der Hund soll mitmachen und nat\u00fcrlich total begeistert sein. Dazu kommt bei allzuvielen Anbietern nach wie vor, dass sie genaue Vorstellungen haben, wie der Hund was wann zu tun hat, wie er was wann zeigen soll &#8211; anstatt einfach mal die Pelznase zu beobachten und zu eigenst\u00e4ndigem Denken und Handeln zu animieren.<\/p>\n<p>Denken Sie mal dr\u00fcber nach, warum manche TrainerInnen so derma\u00dfen oft auf die Idee kommen, ein Hund w\u00fcrde uns beim Trailen &#8222;verarschen&#8220;. Nein, tut er nicht. Denn Hunde haben den Teamworkgedanken nicht nur verinnerlicht, sie kommen gar nicht auf die Idee, einen Teampartner in die Irre zu f\u00fchren, so wie wir das mit bestimmten Problemstellungen auf dem Trail sehr wohl versuchen. Ich vermute, die KollegInnen kommen auf so abstruse Ideen, weil sie nicht wollen, dass die Hunde selbst\u00e4ndig arbeiten oder unter selbst\u00e4ndigem Arbeiten verstehen, dass der Hund genau das gleiche darunter versteht wie sie. Naja.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_2848.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1601\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_2848-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_2848-300x200.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_2848-768x512.jpg 768w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_2848.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Aber selbst wenn wir annehmen, dass das nicht der Fall ist, sondern der Hund wirklich sein Talent voll ausleben darf, dass er Hilfe bekommt, wenn er sie n\u00f6tig hat, dass er Zeit bekommt, nicht gedr\u00e4ngt wird, sein Mensch ihn sehr gut versteht und seinem Partner garantiert mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn es sinnvoll ist &#8211; es fehlt etwas ganz entscheidendes: das selbst\u00e4ndige Entdecken und Aufsp\u00fcren der Beute, das Anschleichen, das Losrennen und Hetzen und der Adrenalinsto\u00df, der genau dann kommt, das Packen und Sch\u00fctteln&#8230;&#8230; eben alles, was eine richtige Jagd ausmacht.<\/p>\n<p>Wenn ich jetzt an die Reaktionen auf den 1. Teil denke, dann habe ich sehr oft gelesen: &#8222;so gerne mein Hund trailt, wenn ein Reh \u00fcber den Trail rennen w\u00fcrde, w\u00fcrde er hinterher wollen&#8220;. Denn das ist ja eigentlich die Supergelegenheit schlechthin: die Beute bietet sich dem Hund f\u00f6rmlich an.<\/p>\n<p>Es gibt jede Menge Hunde, deren Jagdbegeisterung ist deutlich eingeschr\u00e4nkter, und wenn man ihnen ein bestimmtes Training anbietet und von Anfang an daran arbeitet, dass eben nicht &#8211; vom Menschen &#8211; unkontrolliert gejagt wird, dann sind sie mit ihrem Leben trotzdem zufrieden und vermissen vermutlich nichts &#8211; zumindest bekommen wir es nicht mit. Das kann auch ein Ergebnis von Zucht sein und zwar nicht nur bei Rassehunden. Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass weder ein Wach-, noch ein H\u00fctehund, noch ein sonstiger Arbeitshund ein langes Leben hatte, wenn er nur noch hinter den Freunden des Waldes her war. Somit waren seine Chancen zur Weitergabe seiner Gene sehr eingeschr\u00e4nkt. Daneben hat der Mensch aber sehr effektiv arbeitende und hochbegeisterte Jagdhunde gez\u00fcchtet.<\/p>\n<p>Und was wir nicht wirklich wissen: was steckt in unserem Mischling und was wurde vor einigen Generationen mal in unseren Rassehund eingekreuzt, der laut FCI und VDH einer nicht sehr jagdtriebigen Rasse angeh\u00f6rt. Ich hatte knapp 15 Jahre Kromfohrl\u00e4nder, die lt. Aussage vieler Z\u00fcchter nicht (!) jagen. Mein R\u00fcde war der absolute Spezialist f\u00fcr die Ermordung von Ringelnattern und unsere H\u00fcndin eine sehr effektive Hasenj\u00e4gerin. Wen wunderts, wenn er wei\u00df, dass die Kromfohrl\u00e4nder vom Foxterrier und Griffon abstammen?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/f864e0d97b1e52b6b586a7f5bd9e9e69.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-753\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/f864e0d97b1e52b6b586a7f5bd9e9e69-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/f864e0d97b1e52b6b586a7f5bd9e9e69-300x225.jpg 300w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/f864e0d97b1e52b6b586a7f5bd9e9e69-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/f864e0d97b1e52b6b586a7f5bd9e9e69.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Ganz dramatische Vorstellungen haben manche Menschen, wenn es sich um gerettete Hunde aus dem S\u00fcden handelt. Viele glauben tats\u00e4chlich, wenn der Napf jetzt gef\u00fcllt ist, mu\u00df der S\u00fc\u00dfe doch nicht mehr abhauen und Hasen jagen oder M\u00e4use ausbuddeln. Sie vergessen vollst\u00e4ndig, dass das f\u00fcr viele Streuner, Stra\u00dfen- und Hofhunde die beste M\u00f6glichkeit &#8211; neben dem Ausleeren von M\u00fclleimern &#8211; ist, sich zu ern\u00e4hren. Und das schmeckt nicht nur gut, das macht auch Spa\u00df. Und\u00a0 &#8211; ganz wichtig &#8211; warum sollte man eine einmal erlernte F\u00e4higkeit verk\u00fcmmern lassen? Hund wei\u00df doch nicht, ob er das nicht irgendwann wieder braucht? Meine H\u00fcndin Indiana, die mit knapp 6 Monaten zu mir kam, hatte im zarten Alter von knapp 5 Monaten von ihrer Mutter in Griechenland schon die Grundlagen des Jagens, und damit der Selbstversorgung gelernt. Wenn ihre Mutter ihren Welpen das nicht beigebracht h\u00e4tte, wie h\u00e4tten sie dann den Winter \u00fcberlebt? Da waren die netten Menschen auf dem Hof, auf dem sie geboren wurde, in der Stadt. M\u00fclleimer zum Ausleeren gab es keine und auch keine Essensabf\u00e4lle. Der Effekt: sie w\u00fcrde niemals einen alten Maulwurfshaufen aufbuddeln, sie wei\u00df, dass man Katzen kriegen kann und Hasen findet sie auch ziemlich gut. Und ich kann Ihnen versichern: sie bekommt seit zweieinhalb Jahren jeden Tag satt zu essen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Indiana.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1602\" src=\"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Indiana-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a>Wir m\u00fcssen also wohl oder \u00fcbel damit leben, dass wir unseren Hunden mit Nasenarbeit und ganz besonders mit Trailen, das der Jagd ja noch am \u00e4hnlichsten ist, zwar einen gewissen Ersatz verschaffen k\u00f6nnen. Aber wir k\u00f6nnen uns nicht darauf verlassen, dass sie damit an den Freunden des Waldes kein Interesse mehr haben. Es sind Hunde, Lebewesen aus Fleisch und Blut, mit Gef\u00fchlen und Intelligenz, mit Bed\u00fcrfnissen und eigenen Interessen, die unseren eben oft zuwider laufen. Unsere moderne Welt ist nicht sehr hundefreundlich, auch wenn es mehr Haushunde in Deutschland gibt als je zuvor. Hunde sollen gef\u00e4lligst genau so sein, wie wir sie uns w\u00fcnschen &#8211; als Belohnung f\u00fcr uns daf\u00fcr, dass wir so nett zu ihnen sind. Aber so einfach ist die Welt eben nicht.<\/p>\n<p>Im 3. Teil geht es weiter mit Mantrailing als Bestandteil von Verhaltenstherapie. Mal sehen, was da raus kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den 1. Teil habe ich sehr interessante Reaktionen gelesen, die \u00fcberwiegend den Tenor hatten: so ist es bei meinem Hund auch. 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