{"id":1580,"date":"2017-05-22T13:06:45","date_gmt":"2017-05-22T11:06:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1580"},"modified":"2017-05-22T13:13:24","modified_gmt":"2017-05-22T11:13:24","slug":"dominanz-oder-dominanz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1580","title":{"rendered":"Dominanz oder Dominanz?"},"content":{"rendered":"<p><em>Ich freue mich ganz besonders, hier einen hochinteressanten Artikel von Elisabeth Lierschof ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen. Elisabeth&#8217;s Gedanken zum Thema &#8222;Dominanz&#8220; sind sehr lesenswert.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Mit dem Begriff \u201eDominanz\u201c assoziieren die meisten Menschen spontan eher negative Eigenschaften, wie Macht, Unterdr\u00fcckung und \u00c4hnliches.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Fragt man aber mal genauer nach, ob es nicht auch positive Gedanken dazu gibt, erh\u00e4lt man Vorschl\u00e4ge wie: Pr\u00e4senz, innere Klarheit, Bei-Sich-Sein, Verantwortung \u00fcbernehmen, Schw\u00e4cheren helfen, Ausstrahlung, Charisma.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dass ein Hund nicht die dominante Rolle in Beziehungen spielen will, haben wir ja schon oft und ausf\u00fchrlich gekl\u00e4rt. Diese falsch verstandene Vorstellung von Dominanz dient einigen Menschen als Ausrede, Hunde nicht verstehen zu wollen und um Zwang, Gewalt und Unterdr\u00fcckung zu rechtfertigen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Dennoch k\u00f6nnen uns Hunde durch ihr Verhalten sehr stark dominieren, ohne dass sie die Absicht haben dies zu tun.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Sie k\u00f6nnen unsere Gef\u00fchle und Stimmungen dominieren, unter Umst\u00e4nden sogar die Atmosph\u00e4re des Zusammenlebens in unserer Familie. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i>Eben war ich noch gut gelaunt und bin entspannt spazieren gegangen, jetzt h\u00e4nge ich \u00fcberfordert, genervt, peinlich ber\u00fchrt an der Leine eines schreienden, zappelnden Hundes, weil der nicht an fremden Hunden vorbei gehen kann. Ich f\u00fchle mich schlecht.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Mein Hund hatte mich mit seiner Stimmung dominiert. Seine Unsicherheit, Angst, Abwehr oder Aggression hatten sich auf mich, auf meine Stimmung \u00fcbertragen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich war nicht \u201eHerr\u201c, besser gesagt \u201eDame\u201c der Lage. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der Begriff DOMINANZ kommt von Domus &#8211; Haus,<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">oder auch Dominus\/Domina \u2013 Herr\/Dame des Hauses.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Die eigentliche Bedeutung ist,<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Herr\/Dame im eigenen Haus zu sein,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">bei sich zu sein, selbst bestimmt zu leben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Im Sozialen versteht man unter dem Begriff DOMINANZ unter anderem, dass jemand agiert, handelt, f\u00fchrt, oder eine bestimmte Energie besitzt, die sich Anderen mitteilt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Man spricht ja auch davon, dass jemand eine besondere Ausstrahlung oder Charisma besitzt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">DOMINANZ kann auch dynamisch sein, denn wenn ich <\/span><\/p>\n<p align=\"CENTER\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">BEI MIR, IN MEINEM EIGENEN HAUS<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">bin, dann kann ich anderen Raum lassen, sich und ihre Bed\u00fcrfnisse auszuleben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich besitze die Sicherheit, dass ich wei\u00df, was mir gut tut, und was denen gut tut, die mir anvertraut sind. Ich bin souver\u00e4n genug, dass ich in Ruhe zulassen kann, wie andere etwas ausprobieren, ich kann die Grenzen dessen was ich zulassen will, sehr weit stecken.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Es kann auch dazu f\u00fchren, dass ich mich auf Ideen meines Hundes einlasse, obwohl ich evtl. urspr\u00fcnglich etwas ganz anderes im Sinn hatte. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">F\u00fcr mich bedeutet DOMINANZ im positiven Sinne, F\u00fchrung und Verantwortung zu \u00fcbernehmen, und eben nicht automatisch Unterdr\u00fcckung, Zwang, Unterordnung, Machtaus\u00fcbung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich finde, wir sollten wieder dazu kommen, dazu zu stehen, im guten Sinne dominant zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich dominiere das Leben meines Hundes. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich bestimme seinen Lebensrhythmus und was ich als erw\u00fcnschtes bzw. unerw\u00fcnschtes Verhalten ansehe. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich bestimme, was, wann, wie oft und wie viel er frisst. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich entscheide, wann, wo, wie lange, und mit wem wir spazieren gehen, <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">ob er frei l\u00e4uft oder angeleint ist, und welche Art der Hundebegegnung er haben soll.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ich bestimme <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">die Art und Weise der Erziehung und Ausbildung, und <\/span><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">wof\u00fcr er belohnt oder gelobt wird. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Je nach meinen eigenen Interessen und Neigungen entscheidet sich, welche Besch\u00e4ftigung er haben soll, ob und welchen Sport wir zusammen treiben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Ist das jetzt per se etwas Schlechtes?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Und wie ist es mit Grenzen setzen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i>Mein Frino m\u00f6chte gern an der Grundst\u00fccksgrenze die Verantwortung \u00fcbernehmen, er will allen lauthals verk\u00fcnden, dass er f\u00fcr das Aufpassen zust\u00e4ndig ist, er m\u00f6chte auch kontrollieren, wer bei uns hereinkommt und auf welche Art der Besuch begr\u00fc\u00dft wird. Ich finde allerdings, dass ich f\u00fcr diese Fragen zust\u00e4ndig bin. Also sage ich es ihm, klar und deutlich, verbal und\/oder mit Hilfe meiner K\u00f6rpersprache, selbstverst\u00e4ndlich ohne einsch\u00fcchternd oder bedrohlich zu wirken. <\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Er erscheint mir in solchen Situationen oft direkt erleichtert, als wenn er sagen wollte: \u201eOkay, dann muss ich mich nicht mehr darum k\u00fcmmern.\u201c<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i>Wenn ich Menschen mit ihren Windhunden sehe, beeindruckt mich immer ein gut eingef\u00fchrtes \u201eStopp\u201c \u2013 Signal, wenn die Hunde zu sehr aufdrehen und Lebens- und Rennfreude umschl\u00e4gt in pure Erregung. Sehr leicht beginnen sie dann sich gegenseitig zu mobben oder zu ritzen.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Auch hier erlebe ich bewundernd, wie die Hunde schlagartig in einen anderen Modus verfallen, und vollkommen ruhig werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Hier \u00fcbernimmt der Mensch Verantwortung und bestimmt die Situation, die chaotisch zu werden droht. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Hunde und W\u00f6lfe zeigen uns Menschen genau diese Aspekte von Dominanz. Bei ihnen bewundern wir die souver\u00e4ne Art, anderen zu zeigen, wie man sich untereinander gut benimmt. Warum also sollten wir dies nun, wenn es um Menschen geht, als etwas Falsches betrachten und es ablehnen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Bleibt noch die Frage, was kann ich denn tun, damit mein Hund sich so verh\u00e4lt, dass es uns Beiden gut tut?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Einerseits brauchen wir Wissen, Kompetenz, Erfahrung, Aneignung und Ein\u00fcben von Techniken, die uns helfen, Hunde zu verstehen und mit ihnen zu trainieren (der gut gef\u00fcllte Werkzeugkasten).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Noch viel wichtiger finde ich jedoch die innere Haltung, mit der ich meinem Hund gegen\u00fcbertrete. Sie sollte bestehen aus: Respekt vor dem anderen Lebewesen, Souver\u00e4nit\u00e4t, Bei-MIR-Sein, Gelassenheit, Entspanntheit, Humor, Verantwortung, und sie sollte andererseits Willensenergie und Entschlossenheit beinhalten. Ich w\u00fcnsche mir einen Hund, der soviel wie nur irgend m\u00f6glich seinen eigenen Interessen und Bed\u00fcrfnissen nachgehen kann, der einfach Hund sein darf. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Der geniale Satz von Clarissa von Reinhardt \u201etrainieren Sie noch, oder haben Sie schon Spa\u00df mit Ihrem Hund?\u201c trifft hier ganz genau meine Sehnsucht nach einem nat\u00fcrlichen, friedlichen Miteinander, das ohne viel Einwirkung auskommt. <\/span><\/p>\n<p>\u2026<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\">Wie das Leben so spielt, sind mir gestern diese Worte zugefallen:<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i>Als soziale Lebewesen brauchen wir f\u00fcr ein gl\u00fcckliches Leben Freundschaft, Vertrauen und Offenheit.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i>Vertrauen ist die Grundlage jeder Freundschaft, und wir werden es finden, wenn wir zu dem, was wir in unserer herk\u00f6mmlichen Erziehung gelernt haben, auch Warmherzigkeit entwickeln.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><i>Aus dieser Warmherzigkeit erwachsen uns Selbstvertrauen und innere St\u00e4rke, um in Vertrauen und Freundschaft mit anderen zusammenleben zu k\u00f6nnen.\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Dalai Lama<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p lang=\"en-GB\"><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\"><i>Elisabeth Lierschof, Vomp in Tirol, April 2013<\/i><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich freue mich ganz besonders, hier einen hochinteressanten Artikel von Elisabeth Lierschof ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen. 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