{"id":1450,"date":"2016-12-01T10:28:41","date_gmt":"2016-12-01T09:28:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1450"},"modified":"2016-12-01T10:28:41","modified_gmt":"2016-12-01T09:28:41","slug":"herzlich-willkommen-ein-hund-kommt-ins-haus-2-leseprobe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.forsthaus-metzelthin.de\/?p=1450","title":{"rendered":"Herzlich willkommen! &#8211; Ein Hund kommt ins Haus &#8211; 2. Leseprobe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zombies, Ufos und andere Schreckgespenster &#8211; aus Kapitel 3 &#8222;Was Sie sonst noch wissen sollten&#8220;<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><br \/>\nGerade ein junger Hund entdeckt immer mal wieder etwas Neues, und nicht immer ist das Neue so, dass er begeistert ist. Denn die Welt ist voller Gefahren. Ein wichtiger Bestandteil Ihrer Erzieherrolle ist das Erkennen, wann und warum er sich f\u00fcrchtet. Sie gehen z.B. jeden Tag an einem Grundst\u00fcck vorbei, bei dem die M\u00fclltonnen direkt hinterm Zaun stehen. Eines Tages sind sie aber schon auf der Stra\u00dfe f\u00fcr die M\u00fcllabfuhr. Sie denken<br \/>\nsich gar nichts dabei, denn Sie wissen, was das bedeutet. Ihre Pelznase hat aber den Kalender der M\u00fcllabfuhr nicht im Kopf. F\u00fcr ihn steht da pl\u00f6tzlich ein Monster mitten im Weg, das bislang regungslos hinter dem Zaun stand. Dass jemand anders die Tonne rausgefahren hat und dass die ruhig stehen bleibt, bis sie geleert und wieder an ihren Platz gebracht wird, ist ihm unbekannt.<br \/>\nAlles, was sich ver\u00e4ndert, besonders, wenn der Kleine damit \u00fcberraschend konfrontiert wird, kann aber gef\u00e4hrlich sein. Also bleibt er mit allen Anzeichen der Unruhe und Verunsicherung stehen: Schwanz eingeklemmt, Ohren nach hinten, der K\u00f6rper abgeduckt mit eindeutigen Fluchttendenzen. Wenn Sie ihn jetzt weiter ziehen oder gar auslachen, nach dem Motto: \u201ehab dich nicht so, ist doch nur eine M\u00fclltonne\u201c schaffen Sie eine hervorragende Grundlage daf\u00fcr, dass er Ihnen im weiteren Leben nicht mehr zutraut, mit potentiellen Gefahren fertig zu werden. Ihre Aufgabe ist es ihm zu zeigen, dass die\u00a0 M\u00fclltonne nicht zum Zombie mutiert ist, sondern heute mal wo anders steht und deshalb nicht gef\u00e4hrlicher ist. Sie gehen also ruhig hin, lassen Sie die Leine ganz locker, legen so nebenbei Ihre Hand an die Tonne und drehen Sie ihr den R\u00fccken zu. Dabei sagen Sie nichts. Wenn Sie als sein gro\u00dfes Vorbild die Tonne f\u00fcr so harmlos halten, dass Sie ihr den<br \/>\nR\u00fccken zukehren k\u00f6nnen, kann er mal vorsichtig hin schleichen und selber nachsehen. Vielleicht m\u00f6chte er die Tonne auch aus einiger Entfernung kontrollieren \u2013 seine Entscheidung. Beobachten Sie ihn ganz ruhig, sagen Sie nichts und gehen Sie mit ihm weiter, wenn er fertig ist.<br \/>\nWarum sollen Sie ihn nicht gro\u00dfartig loben und belohnen? Weil der Tonne sonst eine Bedeutung beigemessen wird, die ihr einfach nicht zukommt. Wir wollen M\u00fclltonnen hier nicht schlechter machen als sie sind, aber an ihnen ab und zu vorbei zu spazieren ist eine ganz normale Sache, die man nicht weiter erw\u00e4hnen muss. Wenn Sie ihn jetzt gro\u00dfartig daf\u00fcr belohnen, dass er die Tonne angesehen hat, kann durchaus passieren, dass er Tonnen zuk\u00fcnftig als uneinsch\u00e4tzbare Gefahrenquellen einstuft, da Sie ja sonst nicht so einen Zirkus machen w\u00fcrden. Wenn Sie glauben, dass ich \u00fcbertreibe, dann \u00fcberdenken Sie einmal folgende Geschichte, die ich genauso in meiner Hundeschule erlebt habe. Ein Ehepaar mit einem ca. 3 Jahre alten R\u00fcden machte bei mir Trainingsurlaub, weil sich der Hund vor allem und jedem f\u00fcrchtete. Sie hatten eine unserer Wohnungen gemietet, die<br \/>\n\u00fcber eine Au\u00dfentreppe erreichbar sind und im 1. Stock liegen. Als der R\u00fcde einfach so die Treppe hinaufging, verfiel sein Frauchen in einen wahren Begeisterungstaumel und lobte ihn in den h\u00f6chsten T\u00f6nen. Das hatten sie auf Anraten einer Kollegin immer so gemacht, wenn er etwas neues ausprobieren wollte. Nur verstand dieser Hund das leider vollkommen falsch. Anstatt ihm einfach Zeit zu lassen und als ruhiger Beistand bei ihm zu bleiben, solange er neue Dinge erkundete, wurde er in viele, f\u00fcr ihn undurchschaubare<br \/>\nSituationen gebracht und f\u00fcr jeden Pups gelobt. Daraus schloss er, dass die Welt unglaublich gef\u00e4hrlich sei, da niemand ihm tats\u00e4chlich klar machen konnte, was jetzt gef\u00e4hrlich ist und was nicht. Nachdem seine Menschen einsichtig waren und wir ein gutes Training absolviert haben, hat sich das schnell gelegt und heute ist er ein sicherer und souver\u00e4ner Hund geworden.<br \/>\nManche Hunde verstehen sehr schnell, dass ihr Mensch ihnen zeigt, wo eine Gefahr lauert und wo nicht. Wenn Sie merken, dass Bello sich sofort nach Ihnen umsieht und zu Ihnen kommt, wenn ihm etwas unheimlich ist: herzlichen Gl\u00fcckwunsch! Sie haben ihm wunderbar klar machen k\u00f6nnen, dass Sie zust\u00e4ndig sind f\u00fcr Probleme. Behalten Sie das in allen Situationen bei, die f\u00fcr ihn irgendwie schwierig sind, zeigen Sie ihm, dass Sie die<br \/>\nWelt einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen und ihn unbeschadet durch alle vermeintlichen Gefahren durch f\u00fchren.<br \/>\nMachen Sie sich bitte klar, dass wir in Mitteleuropa in einer sehr friedlichen Welt leben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einem Terroranschlag zum Opfer fallen, ist ca. 20.000 (zwanzigtausend) Mal niedriger, als bei einem Autounfall ums Leben zu kommen. Dass Sie bei einem Autounfall Ihr Leben lassen, ist allerdings auch eher unwahrscheinlich. Denn selbst wenn die Medien uns glauben machen, dass hinter der n\u00e4chsten Ecke die R\u00e4uber und M\u00f6rder drohen, sollte Ihnen klar sein, dass Sie in einer der friedlichsten Gegenden weltweit leben. Es gibt also keinen Grund wegen M\u00fclltonnen oder \u00e4hnlichen Objekten einen Hund in Angst und Schrecken zu versetzen. Haben Sie Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass er sich vor Dingen grault, die er \u2013 noch \u2013 nicht kennt, aber dann f\u00fchren Sie ihn ruhig und gelassen hin und alles ist gut.<br \/>\nEs gibt Phasen im Leben eines Hundes, in denen dieses Erschrecken vor unbekannten Gegenst\u00e4nden und Situationen zunimmt. Das sind die sog. \u201espooky periods\u201c oder Fremdelphasen, die ich bereits erw\u00e4hnt habe. In diesen Zeiten, die 5 mal im Leben eines Hundes vorkommen und 1-3 Wochen dauern, sind die Hunde \u00e4ngstlicher und unsicherer. Das erf\u00fcllt den Zweck, dass sie sich nicht in jede Situation hinein st\u00fcrzen, sondern vorsichtiger werden. Dadurch lernen sie dann tats\u00e4chlich: was stellt eine Gefahr dar<br \/>\nund was nicht. Und vor allem: wie gehe ich damit um. Erinnern Sie sich? Erziehung hei\u00dft: wie geht Leben. Ich zeig\u2018s dir, damit wir gemeinsam gut durch die Welt kommen, z.B. auch an vorbei Zombies, Ufos und anderen Schreckgespenstern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zombies, Ufos und andere Schreckgespenster &#8211; aus Kapitel 3 &#8222;Was Sie sonst noch wissen sollten&#8220; Gerade ein junger Hund entdeckt immer mal wieder etwas Neues, und nicht immer ist das Neue so, dass er begeistert ist. 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